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8. Juli 2015

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Land Rai: Referendum gegen Umzonung

Die lange Geschichte um die Nutzung einer der letzten grossen Bauzonen in Bergdietikon geht in die nchste Runde: Gegen die an der Gemeindeversammlung vergangene Woche (die Limmattaler Zeitung berichtete) beschlossene berfhrung des Gebiets «Rai» von einer Spezial- in eine Wohnzone hat eine Gruppe von Brgern das Referendum ergriffen.

Bereits an der Versammlung hatte sich ziemlich deutlich gezeigt: Die Umzonung trifft nicht bei allen Dorfbewohnern auf Gegenliebe. Von 166 anwesenden Stimmberechtigten sprachen sich 89 fr die Umzonung aus, 58 – mehr als ein Drittel – stimmten dagegen. Vom Resultat waren selbst jene berrascht, die unter dem Namen NoRai.ch nun das Referendum gegen den Beschluss ergriffen haben. «Wir dachten, das werde durchgewinkt», sagt Steffen Aierle vom Referendumskomitee. Er vermutet, dass den Stimmberechtigten erst an der Versammlung klar geworden ist, was die Umzonung bedeutet. Das habe wohl mit den Abstimmungsunterlagen zu tun, die «nicht im Grundsatz falsch, aber doch zu wenig transparent» seien. So werde etwa die maximal zulssige Gebudehhe in einer Fussnote noch einmal przisiert.

Slogan und Ortsbild in Gefahr
Das «NoRai.ch»-Komitee ist nicht grundstzlich gegen eine berbauung des rund 33000 Quadratmeter grossen Hanggebiets, wie Aierle sagt. Strend seien die in der Bau- und und Nutzungsordnung festgehaltenen Hchstwerte fr Gebudelngen und -hhen: So seien in einem Teil der neuen Wohnzone «Rai« Bauten mit einer unlimitierten Lnge oder mit bis zu sechs Vollgeschossen mglich, sagt Aierle. Fr das Referendumskomitee, das sich aus «besorgten Brgern aus dem unteren Teil Bergdietikons» zusammensetzt, sind diese Vorgaben nicht akzeptabel. Sie befrchten, dass Blockbauten mit den erlaubten Dimensionen das drfliche Ortsbild (Fotoalbum) zerstren. «Und solche grossen, breiten Bauten passen auch nicht zum Bergdietiker Slogan stadtnah lndlich», fhrt Aierle aus. Ausserdem stelle das Komitee das Ziel der Gemeinde infrage, im «Rai» dereinst gnstigen Wohnraum anbieten zu knnen.

Das Referendum solle den Stimmbrgern noch einmal die Mglichkeit geben, ber die Folgen der Umzonung nachzudenken, sagt Aierle. «Sie sollen sich fragen: Wollen wir das wirklich?» Der Gemeinderat habe an der Versammlung zwar argumentiert, dass mit der Umzonung nicht ber die Gebudemassen abgestimmt werde. Diese Argumentation lsst das Referendumskomitee aber nicht gelten. «Die Zonenplannderung erlaubt es den Stimmbrgern, die maximale Hhe und Lnge der Gebude festzuschreiben», sagt Aierle. «Jetzt kann das Volk noch mitbestimmen.» Seien die Umzonung und die Bau- und Nutzungsordnung einmal rechtskrftig, habe es allerdings nicht mehr viel zu sagen. «ber den Gestaltunsplan und Baubewilligungen im Land Rai entscheidet der Gemeinderat letztlich alleine.»

Komitee ist zuversichtlich
Aierle ist zuversichtlich, dass das Referendum innert Monatsfrist zustande kommt. Nur einen Tag, nach dem die Referendumsabsicht publiziert worden sei, habe das Komitee bereits weit ber zehn Prozent der bentigten Unterschriften beisammen gehabt. Damit ber die Umzonung an der Urne abgestimmt werden kann, muss ein Zehntel aller Stimmberechtigten das Referendum unterschreiben. Bei aktuell rund 1850 stimmberechtigten Bergdietikern sind das 185 Unterschriften. Das Risiko, dass der Kanton angesichts des Widerstands aus dem Dorf das Land Rai aus der Bauzone ausscheidet, ist man bei Komitee bereit einzugehen. «Das Land ist ohnehin schon zu 75 Prozent abgeschrieben», sagt Aierle.

Limmattaler Zeitung vom 7. Juli 2015 (Tobias Hnni)

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