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5. August 2015

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Volk entscheidet ber Land Rai

Die Bebauung des Land Rai in Bergdietikon ist bereits seit Jahrzehnten ein Zankapfel. Nun schreibt das «No- Rai.ch»-Komitee ein neues Kapitel. Seit der letzten Gemeindeversammlung von Ende Juni, an der die berfhrung des Gebiets Rai von einer Spezial- in eine Wohnzone beschlossen wurde, sammelte das Komitee 453 Unterschriften dafr, dass diese berfhrung an die Urne kommt. Dies sind zweieinhalb Mal so viele Unterschriften, wie ntig gewesen wren.
Steffen Aierle vom Referendumskomitee ist hochzufrieden. Mit dieser Anzahl Unterschriften stellt sich jeder vierte Bergdietiker Stimmberechtigte gegen den Entscheid der Gemeindeversammlung, schreibt er in einer Mitteilung von gestern. Das Referendum sei locker zustande gekommen: «Trotz der Sommerferien sind uns die meisten Unterschriften regelrecht zugeflogen», ergnzt er. Nicht nur aus dem Dorfteil Baltenswil, der von der Bebauung des Land Rai direkt betroffen ist, sondern aus der ganzen Gemeinde seien Unterschriften bei «NoRai» eingetroffen. «Das zeigt, dass in unserer Gemeinde eine grosse Ablehnung gegen diese masslose Umzonung vorherrscht», heisst es weiter. So wrde mit dieser Zonenplannderung der Grundstein fr eine berdimensionierte berbauung gelegt, die den Charakter des Dorfes verschandeln wrde.

Ziel: Schutz des Dorfbilds
«NoRai.ch» ist jedoch nicht prinzipiell gegen eine Bebauung: «Das der Industrie nahe gelegene Gebiet gehrt auch zu unserer lndlichen Gemeinde. Es darf nicht einfach zubetoniert werden, sondern verdient eine massvolle Verdichtung», heisst es in der Mitteilung weiter. Am vergangenen Freitag wurden die Unterschriften von Vertretern des Komitees (siehe Bild) im Gemeindehaus abgegeben.



Von den 166 Anwesenden der Gemeindeversammlung vom 29. Juni sprachen sich 89 fr die Umzonung des rund 33'000 Quadratmeter grossen Landstcks aus. 58 votierten dagegen.
Selbst das Referendumskomitee ist von diesem Resultat berrascht gewesen. Den meisten sei wohl erst whrend der Versammlung klar geworden, was diese Umzonung fr die Gemeinde bedeute, sagte Aierle damals. Dafr machte er die Abstimmungsunterlagen verantwortlich: Diese seien zwar nicht grundstzlich falsch, aber doch zu wenig transparent gewesen.
Hauptkritikpunkt der Gegner sind die in der Bau- und Nutzungsordnung festgelegten Hchstwerte fr Gebudehhen und -lngen. In Teilen des Gebiets sind Bauten mit unlimitierter Hhe und mit bis zu sechs Vollgeschossen mglich. So befrchten die besorgten Brger, wie sie sich selber auf ihrer Website nennen, dass das Dorfbild verndert werden knnte. Grosse Blockbauten wrden das Dorfbild zerstren, hiess es nach der Gemeindeversammlung.

Rsten fr die Abstimmung
Das Komitee «NoRai» will sich nun, da die Unterschriften beisammen sind, breiter aufstellen. «Wir suchen noch weitere Mitstreiter gegen die Zonenplannderung», heisst es in der Mitteilung. Zur Diskussion stehe auch die Grndung eines Vereins, damit der Widerstand besser gebndelt werden knne. Bis zur Volksabstimmung setzt sich das Komitee zum Ziel, eine engagierte Diskussion ber dieses Geschft ins Rollen zu bringen.

Nur eine Einsprache bei Auflage
Bereits seit den 1980er-Jahren wird versucht, das Land Rai zu berbauen. Die Gemeinde kaufte damals die Hlfte des Landes. Eine frhere Bebauung scheiterte wegen der gleichermassen notwendigen und kostspieligen Entwsserung des Grundstcks. Mit der Implenia AG konnte erst im Jahr 2011 ein Kufer gefunden werden, als die Gemeinde den Kaufpreis senkte. Die Bemhung um eine breite Absttzung in der Bevlkerung war durchaus gross. Nach einem Mitwirkungsverfahren der Gemeinde lag die Teilzonenplannderung vor gut einem Jahr ffentlich auf, woraufhin einzig eine Einsprache einging.
Der weitere Fahrplan steht nun noch nicht genau fest. Die Bergdietiker Exekutive tagt wieder am kommenden Montag. «Dann wird der Gemeinderat die Unterschriften offiziell entgegennehmen und prfen, ob das Referendum zustande gekommen ist», sagt Gemeindeschreiber Patrick Geissmann. Dies beinhaltet die Kontrolle der Anzahl Unterschriften sowie deren Gltigkeit.
Sei das Referendum geglckt, dann wird ein Abstimmungsdatum festgelegt. Laut Verordnung ber die politischen Rechte des Kantons Aargau muss dieser innerhalb eines halben Jahres nach Einreichung der Unterschriften liegen.
Auch werde versucht, ihn auf einen eidgenssischen Abstimmungssonntag zu legen. Es kommen somit nur zwei Daten infrage: der 18. Oktober sowie der 29. November.

Quelle: Limmattaler Zeitung vom 4. Aug. 2015 (Alex Rudolf), Fotos: SRU und ZVG

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