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2. Oktober 2015

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Infoblatt sorgt fr Verwirrung und rger

Am Anfang stand Zensur. So zumindest sehen es die Gegner der Umzonung des Land «Rai», ber welche die Bergdietiker Stimmbrger am 18. Oktober abstimmen. Das NoRai.ch-Komitee wollte nach eigenen Angaben in der Bergdietiker Ziitig, dem offiziellen Publikationsorgan der Gemeinde, einen Beitrag verffentlichen. Dies sei abgelehnt worden, ebenso ein Pro-Kontra-Artikel und ein Inserat, kritisiert das Komitee in einer Mitteilung. «Wir waren sehr erstaunt, dass uns von unserer eigenen Zeitung ein Maulkorb verhngt wurde.»
Um ihre Argumente trotzdem unters Stimmvolk zu bringen, produzierte das Komitee Anfang September mit der «Land Rai Ziitig» kurzerhand ein eigenes Info-Heftchen. Dieses enthlt Informationen zur und vor allem Argumente gegen die Umzonung – und sieht der «Bergdietiker Ziitig» sehr hnlich.

Gemeinderat in Rage
Zu hnlich fr den Gemeinderat. Dieser verschickte Mitte September einen Brief mit dem Betreff «Missbrauch des Layouts der Bergdietiker Ziitig» an die Haushalte in der Gemeinde. Darin distanziert sich der Gemeinderat «ganz klar von der ‹Land Rai Ziitig›». Die Zeitschrift der Gegner habe in der Bevlkerung fr einige Verwirrung gesorgt, da ihr Layout fast exakt dem Erscheinungsbild der «Bergdietiker Ziitig» entspreche. «Es besteht teilweise der Eindruck, der Gemeinderat untersttze die darin enthaltenen politischen Ausfhrungen», heisst es in dem Brief an die Bevlkerung. Der Gemeinderat stehe aber hinter der Zonennderung. Gemeindeammann Gerhart Isler fhrt aus: «Vor allem ltere Einwohner haben nachgefragt, weshalb wir dieses Heft publiziert htten.»
Beim «NoRai.ch»-Komitee gesteht man ein, dass man mit der hnlichen Gestaltung der «Ziitig» «eine gewisse Provokation in Kauf genommen» habe, wie Mitglied Steffen Aierle sagt. «Provokation ist in der heutigen Medienarbeit die Regel, nicht die Ausnahme.» Es tue dem Komitee aber leid, sollte jemand durch die Publikation verwirrt worden sein. «Wir glauben aber, dass jeder, der des Lesens mchtig ist, gemerkt hat, dass das Info-Blatt nicht vom Gemeinderat kommen kann.» So werde schon auf der Vorderseite darauf hingewiesen, dass es eine Publikation des Referendumskomitees sei, und auch das Editorial sowie der Inhalt machten klar, wer das Infoblatt publiziert habe.

Dass die «Land Rai Ziitig» trotzdem fr Verwirrung gesorgt haben soll, bedauern die Gegner, die sich ber verschiedene Kanle dafr entschuldigt haben. «Wir schtzen die ‹Bergdietiker Ziitig› vorbehaltlos und wollten diese in keiner Weise verunglimpfen», schreiben sie in einer Stellungnahme. Am Vorwurf der Zensur an die Adresse der Gemeindepublikation hlt Aierle aber fest. «Der Gemeindeammann hat im Editorial der Zeitung die Mglichkeit, sich meinungsbildend zu ussern.» Diese Mglichkeit sei dem Komitee verweigert worden. Dies knne er angesichts des breiten Widerstands gegen die Umzonung nicht nachvollziehen. «Wir sind nicht einfach ein paar Querulanten. Wir sind viele», sagt Aierle. Fr das Referendum hat das Komitee 428 gltige Unterschriften gesammelt.
Dass die «Bergdietiker Ziitig» dem Nein-Komitee einen Maulkorb verpasst haben soll, lsst Gemeindeammann Isler nicht gelten. «In der ‹Ziitig› hat es nie politische Beitrge.» Es handle sich um das amtliche Mitteilungsorgan der Gemeinde, in dem vor allem die Vereine ihre Berichte verffentlichten.

Vorwrfe bleiben
Sowohl Gemeinderat wie auch Gegner wollen wenige Wochen vor der Abstimmung nicht lnger auf der Verwirrung um das Infoblatt herumreiten. Stattdessen solle der Abstimmungskampf sachlich gefhrt werden, mit inhaltlichen Argumenten zur Umzonung. Allerdings: Jede Seite wirft der anderen Unsachlichkeit, Polemik und die Verbreitung von Unwahrheiten vor. «Es ist schade, dass die Gegner persnlich werden mssen», sagt Gemeindeammann Isler. Steffen Aierle hingegen unterstellt dem Gemeinderat, keine Argumente fr eine berbauung zu haben und deshalb in die Trickkiste zu greifen. Der Abstimmungskampf um die Umzonung des Land Rai drfte spannend bleiben.

Limmattaler Zeitung vom 1. Oktober 2015 (Tobias Hnni)

In der Bergdietiker Ziitig werden grundstzlich keine politischen Debatten ausgetragen. Hauptgrund dafr ist die dreimonatliche Erscheinungsweise, die eine zeitnahe Reaktion der Gegenpartei oder der Bevlkerung nicht zulsst.
Fr ffentliche Diskussionen stehen aber auf Wunsch mehrere Varianten zur Verfgung:
  • Info-Abend der Gemeinde oder selbst organisiert
  • Diskussionsforum unter bergdietikon.ch
  • Pro-und-Kontra-Gesprch in der BDZ.
Die Redaktion

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