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5. Juli 2017

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«Ich will mich meiner Heimat stellen»

Seine Welt ist die Bühne und sein Lebensmittelpunkt ist Berlin. Doch zurzeit ist der Bergdietiker Regisseur Ron Rosenberg zurück in der Heimat und pendelt für wenige Wochen zwischen dem Zürcher Seefeld und seinem Geburtsort hin und her. Für das Theaterlabor «Senioren Lab» im Studio Miller’s kreiert er zum dritten Mal ein Stück mit Seniorinnen und Senioren, das sich mit spezifischen Themen des Älterwerdens auseinandersetzt. Am Abend hingegen zieht es ihn zu seinen Eltern und seinem alten Kinderzimmer nach Bergdietikon zurück. Dort werden viele Erinnerungen wach.

«Bergdietikon war damals eine neue Siedlung voller Kinder», sagt der 41-Jährige. «Meine Eltern, wie auch die meiner Freunde, schienen ständig zu arbeiten, was für uns viel Freiheit bedeutete.» Heute ist Rosenberg selbst Vater und es wird ihm mulmig zumute, wenn er daran denkt, dass seine Kinder «den gleichen Seich» machen könnten wie er damals. «Wir sind wagemutig auf Bäume geklettert oder haben ganze Höhlensysteme gebaut», so Rosenberg. In seinen Augen war Bergdietikon ein riesiger Spielplatz.

Der Schlüsselmoment

Die Faszination für das Schauspiel erwachte in seinen Teenagerjahren. Zu einer Zeit, als die Dorfjugend sich den ersten Romanzen am Egelsee hingab, wie sich Rosenberg erinnert. Und es gab das nahe Cinema Capitol in Dietikon – bis heute das einzige Filmtheater im ganzen Limmattal. «Das Kino wurde für mich enorm wichtig», sagt er. Besonders der Film «Der mit dem Wolf tanzt», ein vierstündiges Western-Epos von Kevin Costner, beeindruckte ihn sehr. Die Affinität zu den schönen Künsten wurde auch von seinen Eltern geteilt: «Wir hörten zuhause viel Musik, doch zum Theater und der Literatur habe ich erst später den Zugang gefunden», erzählt er.

Es war an der Bezirksschule Spreitenbach, als er zusammen mit einem Kameraden seinen ersten Kurzfilm mit dem Titel «Ein Mörder für zwei» drehte. Das Video erhielt viel Zuspruch und wurde sogar auf dem Regionalsender Tele M1 gezeigt – ein Schlüsselmoment für Rosenberg. «Als ich entdeckt habe, dass ich mit meiner Arbeit viele Leute bewegen kann, war das wegweisend für meine Karriere.» Seine neue Leidenschaft lockte ihn 1997 von Bergdietikon weg. Nach der Rekrutenschule studierte er Theaterwissenschaften in Bern und wurde später Regie- Assistent am Schauspielhaus Zürich. «Rückblickend habe ich dort wohl einige Fehler gemacht, aber ich genoss praktisch Welpenschutz», sagt er lächelnd.

Nach der Pfauenbühne folgte der Wegzug nach Berlin – eine Stadt, die für ihn «wie ein Geschenk» war. «Den Weg von Zuhause weg habe ich immer sehr genossen», gibt Rosenberg zu. In der Ferne hinterfragte er auch seine Verbundenheit mit Bergdietikon. Denn neben dem vogelfreien Tummelplatz von damals blieb ihm auch eine gewisse Engstirnigkeit in Erinnerung. «Als ich in den 1980er-Jahren mit engen Lederhosen durch das Dorf lief, lautete die erste Frage, ob ich schwul sei.» Seither engagiert er sich dafür, dass im Theater unterschiedliche Lebensmodelle als Bereicherung erfahren werden können. «Dadurch stelle ich mich meiner Heimat und der Vergangenheit immer wieder. Aber man muss auch mit sich selbst ins Reine kommen, um gewisse Begebenheiten zu akzeptieren.»

Wertvolle Lebenserfahrung

In Städten wie Berlin würden weniger Vorurteile herrschen, sagt Rosenberg. Die vielen Facetten einer Metropole, ihren Menschen und deren Kunst begeistern ihn immer wieder aufs Neue. Nach dem Regiestudium an der Schauspielschule Ernst Busch inszenierte er an der Volksbühne Berlin oder am Stadttheater Bielefeld. Freiberuflich ist Rosenberg zudem als Schauspielcoach für Jugendliche tätig. Auch für solche, die als schwererziehbar gelten oder Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. In Berlin spricht man dabei von «Brennpunktschulen». «Nicht der Mensch ist schwierig, sondern die Verhältnisse, in denen er lebt», so Rosenberg.

Lebensgeschichten aller Art interessieren den Theatermacher. Man müsse zuhören und mit dem Herzen schauen, lautet seine Devise. Eigenschaften, die er auch bei der Arbeit mit älteren Menschen einsetzen kann. Seit rund vier Jahren ist er Spielleiter bei den «Golden Gorkis», einer Gruppe theaterbegeisterter Menschen über 60, die dem namensgebenden Maxim-Gorki-Theater angehören. Zusammen entwickeln sie Stücke, die deren Erfahrungen mit dem Alter widerspiegeln.

Eine Aufgabe, der er nun auch in Zürich mit dem «Senioren Lab» nachgeht. «Die Lebenserfahrung der Ensemble-Mitglieder ist sehr wertvoll», sagt Rosenberg. Nicht er als Profi müsse geduldig sein, sondern die Laiendarstellerinnen und -darsteller mit ihm. Bis zur Premiere des Stücks «Im Jahre 2525» werden täglich viele Stunden geprobt. Und für Rosenberg bedeutet es, jeden Tag, wenn er nach Bergdietikon zurückkehrt, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.

Limmattaler Zeitung vom 4. Juli 2017 (Daniel Diriwächter)

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