Gemeindeverwaltung

Schulstrasse 6
8962 Bergdietikon

Öffnungszeiten:
Mo–Fr: 8.30–11.30 / 14–16
Do: 8.30–11.30 / 14–18

Home > Aktuelles > Bericht
 

Aktuelles: Bericht

vorheriger Bericht     zurück zur Liste     nächster Bericht

19. Oktober 2015

foto

Deutliches Nein zur Umzonung des Lands Rai

Das Land Rai in Bergdietikon bleibt bis auf weiteres eine grne, steile Wiese: Die Stimmberechtigten der Gemeinde lehnten die berfhrung des Hanggebiets von einer Spezial- in eine Wohnzone sowie die damit verknpfte nderung der kommunalen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) deutlich ab: Auf 694 Stimmzetteln zur Vorgabe stand ein Nein, das sind rund 58 Prozent aller 1187 gltigen Stimmen. 493 Bergdietikerinnen und Bergdietiker legten ein Ja in die Urne.
An der Abstimmung ber die Umzonung des rund 32000 Quadratmeter grossen Hanggebiets nahm mit knapp 65 Prozent ein vergleichsweise grosser Anteil der Bergdietiker Stimmberechtigten teil – was angesichts der langen Vorgeschichte der letzten grossen Baulandreserve des Dorfs und des intensiven Abstimmungskampfes nicht verwundert.

Enttuschung beim Gemeinderat
Beim Gemeinderat, der den Stimmbrgern ein Ja empfohlen hatte, herrschte am gestrigen Abstimmungssonntag die Enttuschung vor. «Ich finde es schade», sagt Gemeindeammann Gerhart Isler. Das Resultat sei sehr deutlich, offensichtlich wolle eine Mehrheit der Bergdietiker nicht, dass das Land Rai berbaut werde. Es drfe aber nicht vergessen werden, dass die Gemeindeversammlung sowohl dem Verkauf des Landes wie auch der Umzonung einst zugestimmt hatte.
Einen Plan B gibt es laut Isler derzeit nicht. Klar sei, dass der Hang nicht mit «drei, vier Einfamilienhusern» berbaut werden knne. «Wir haben uns an die kantonalen Vorgaben zur verdichteten Bauweise zu halten.» Das sei auch bei der nun gescheiterten Vorlage der Fall gewesen. «Es war nicht am Gemeinderat, die Grssenordnungen festzulegen.» Die Gegner der Vorlage hatten sich vor allem an den in der neuen BNO vorgesehenen Gebudemassen gestrt, namentlich an den vorgesehenen unbegrenzten Gebudelngen und den – in ihren Augen – teilweise zu grosszgigen Maximalwerten bei den Gebudehhen.
Die 6,5 Millionen Franken, die laut Isler der Gemeinde durch die abgelehnte Umzonung unter dem Strich nun verlustig gehen, mssten an anderer Stelle eingespart werden. Ob es aufgrund der Abstimmung auch zu einer Steuerfusserhhung kommen wird, konnte Isler gestern nicht sagen. «Erst mssen wir schauen, ob der Verlust an anderer Stelle kompensiert werden kann.»
Beim Ja-Komitee ist man ebenfalls enttuscht, nicht aber berrascht. «Ich habe es erwartet», sagt Werner Weibel von der Interessengemeinschaft Brger-Forum Bergdietikon, die sich mit den Ortsparteien der SVP und der FDP hinter die Vorlage gestellte hatte. Weibel bedauert den Entscheid, «bei dem Partikularinteressen im Vordergrund gestanden haben» und dem die Weitsicht fehle. Die Behauptung der Gegner, bei einer Annahme der Umzonung wrden auf dem Land Rai Renditebunker aus dem Boden schiessen, habe verfangen. «Offenbar war bei den Stimmberechtigten das Vertrauen nicht vorhanden, dass der Hang nach dieser Umzonung sorgsam berbaut wird.» Dass dies geschehen wre, davon ist Weibel berzeugt. «Das Projekt, das realisiert worden wre, htte in den Hang gepasst.»

Die Bergdietiker mssten nun bereit sein, die Konsequenzen des Entscheids zu tragen. «Man muss sich bewusst sein, dass dieser Auswirkungen auf das Finanzgefge der Gemeinde haben wird», so Weibel. Nun gehe es aber auch darum, fr das Land Rai eine neue Lsung zu finden, und das gemeinsam. «Wir mssen uns im Dorf noch in die Augen schauen knnen.»
Das siegreiche «No-Rai.ch»-Komitee zeigt sich erfreut, dass sich die Bergdietiker Stimmbrger «klar fr ein massvolles Wachstum» ausgesprochen htten. «Nun sind vertrgliche und mehrheitsfhige Lsungen gefragt», schreibt Komiteemitglied Steffen Aierle in einer Stellungnahme. «Masslosen Renditeprojekten» wehe in Bergdietikon offensichtlich ein rauer Wind entgegen. Mit dem gestrigen Entscheid knne Wohnraum geschaffen werden, der zu Bergdietikon passe. Das Nein-Komitee ist berzeugt, dass Bergdietikon die finanziellen Folgen des Neins verkraften wird: «Bisher hat die Gemeinde finanzielle Belastungen immer gut gemeistert.»

Mit der gescheiterten Vorlage geht die ohnehin schon lange Geschichte um die Bebauung des Lands Rai weiter. Bereits seit den 1980er-Jahren wird versucht, den Hang zu berbauen. Die Gemeinde kaufte damals drei Parzellen des Gebiets. Frhere Projekte waren an der gleichermassen notwendigen wie kostspieligen Entwsserung des Grundstcks gescheitert. Erst 2011 und nach einer Senkung des Kaufpreises wurde mit der Implenia AG eine Kuferin gefunden. Mit dieser schloss die Gemeinde damals mit dem Segen der Stimmberechtigten einen Vorvertrag ab. Die Bemhungen um eine breite Absttzung in der Bevlkerung waren gross. Nach einem Mitwirkungsverfahren lag die Teilzonenplannderung vor gut einem Jahr ffentlich auf (Unterlagen), woraufhin einzig eine Einsprache einging.
Trotzdem konnte die Skepsis an einer Umzonung nicht vllig beseitigt werden: So stimmten an der letzten Gemeindeversammlung vergangenen Juni zwar 89 der 166 Anwesenden fr die Umzonung, 58 votierten aber dagegen.

Limmattaler Zeitung vom 19. Oktober 2015 (Tobias Hnni, Bild: search.ch)


Kommentar

Die Angst war ein zu starker Gegner

Fast 60 Prozent der Bergdietikerinnen und Bergdietiker haben die Umzonung des Lands Rai abgelehnt – und damit die baldige berbauung der letzten grossen Baulandreserve des Dorfs verhindert. Mit der deutlichen Ablehnung haben wohl auch die Gegner der Vorlage nicht gerechnet. Und dies, obwohl sie mit dem wohl strksten Verbndeten in den Abstimmungskampf gezogen sind: mit der Angst. Und diese haben die Gegner bei den Bergdietikern geschickt geschrt: Eindringlich haben sie die vergangenen Wochen vor einem «explosiven Bevlkerungswachstum», «unabsehbaren Folgen fr das Sozialgefge» und «berdimensionierten Renditebunkern» gewarnt – und konnten damit Skeptiker und Unentschlossene von einem Nein berzeugen.

Ungeachtet dessen, ob die Befrchtungen begrndet waren oder nicht – dagegen anzutreten, war fr die Befrworter extrem schwierig. Vor allem, weil es im Abstimmungskampf um komplexe Fragen zu Gebudehhen und -lngen gegangen ist: Fr die Gegner war es einfacher, anhand der mit der Vorlage geplanten, zulssigen Maximalwerte das Schreckensszenario einer «masslosen berbauung» zu zeichnen – und dieses mit einer bedrohlich hohen Profilstange am Hanggebiet zu veranschaulichen. Da konnte der Gemeinderat noch so oft auf das bestehende Richtprojekt der Implenia AG hinweisen, das die Maximalwerte seiner Ansicht nach nicht ausgenutzt htte – die Angst und das Misstrauen in die Absichten des Bauunternehmens vermochte er bei einer Mehrheit der Stimmberechtigten nicht zu beseitigen.

Sollen das Land Rai und mehrere Millionen an Investitions- und Planungskosten nicht vollends abgeschrieben werden, muss die Gemeinde eine neue Umzonungsvorlage ausarbeiten. Eine, die den ngsten im Volk die Grundlage entzieht. Das wird sie nur schaffen, wenn sie Maximalwerte fr eine berbauung definiert, die keinen Raum fr Schreckensszenarien lassen. Sonst droht die ohnehin schon lange Geschichte um eine Bebauung des Lands Rai zur unendlichen zu werden.

Tobias Hnni

Bekanntmachungen

Kompost-Engpass
Die Reserven an Gratis-Komposterde sind aufgebraucht. Nachschub gibts erst Ende Juni. > mehr...

Sachbearbeiter/in Abteilung Steuern gesucht
Per 1. August vergibt die Verwaltung ein Pensum von 40 bis 50 Prozent. > mehr...

> alle Bekanntmachungen
 

Veranstaltungen

http://www.bergdietikon.ch/pages/aktuelles/aktuelles_ez.php