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Seniorenweihnacht mit Rekordbesuch

150 Gäste genossen die festlich geschmückte Turnhalle, das vom Familienverein liebevoll gekochte und servierte Essen und das weihnächtliche Rahmenprogramm. Für stimmungsvolle Momente sorgte nicht nur Jörg Frei mit seiner Panflöte, sondern auch zwei Engel, die sich in der Zeit verirrt hatten.

Bild: Werni Weibel

Auch in diesem Jahr wurde am Samstag fleissig gearbeitet: Das Küchenteam gab sein Bestes, und die fleissigen Dekohände verzauberten die Turnhalle fast in einen Weihnachtsmarkt. Dieser Samstag vor dem Anlass ist schon so fast wie ein eigener «Event» geworden. Nachwuchssorgen muss sich der Familienverein tatsächlich keine machen.

Die Türen öffnen sich für die Seniorenweihnacht

Alle freuen sich auf den bevorstehenden Anlass. Und so war es wie praktisch jedes Jahr, dass sich der Saal bereits vor der offiziellen Türöffnung zu füllen begann. Man suchte sich ein Plätzli neben seinen Freunden. Pünktlich um 12 Uhr begrüsste Paul Monn, Gemeinderat und Ressortleiter Soziales, zusammen mit den Vertretern des Familienvereins die Anwesenden. Das Team des Familienvereins war schon seit einiger Zeit im Saal und hatte den letzten Schliff angebracht. Es war perfekt vorbereitet, und jetzt fehlten nur noch die Kerzli, die angezündet werden mussten. Eigentlich war jetzt alles bereit, und der Service begann mit Getränken und dem «Gruess us de Chuchi».

Für die musikalische Unterhaltung sorgte Jörg Frei. Bei seinem Spiel liebt er es, Grenzen auszuloten. Das Zusammenspiel der Instrumente wird zur stimmungsvollen Erlebnisreise. Das Unerwartete führt zu Reaktionen und überrascht das Publikum immer wieder. Für ihn ein beabsichtigtes Wechselspiel: «Freude weiterzugeben, ist mir ein grosses Anliegen.»

Es lohnt sich, ein paar Worte über die Panflöte zu verlieren. Sie besteht aus einer Reihe miteinander verbundener Längsflöten unterschiedlicher Länge, die jeweils einen Ton erzeugen. Die Flötenrohre haben Grifflöcher. Sie sind oben offen und an der Unterseite geschlossen. Panflöten sind seit alter Zeit verbreitet, vor allem in Europa, Südamerika, Ostasien und Ozeanien. Wegen ihrer Verbindung mit der Hirtenkultur ist der in vielen europäischen Sprachen übliche Name vom Hirtengott Pan der griechischen Mythologie abgeleitet. Nach der Sage wollte Pan die Nymphe Syrinx zur Frau nehmen. Als diese ihn ablehnte, wurde sie von einer schützenden Gottheit in ein Schilfrohr verzaubert. Aus Kummer schnitt sich Pan aus diesem eine Panflöte, mit der er später im Musikwettstreit gegen Apollo antrat. Ein weiterer Name für die Panflöte ist Papagenopfeife, weil mit ihr der Vogelfänger Papageno in Mozarts Oper Zauberflöte Vögel anlockt.

Der musikalische Beitrag von Jörg Frei sorgte für gute Stimmung und wurde mit sehr grossem Applaus verdankt.

Besuch vom kleinen Prinzen

Nach der Vorspeise erinnerte unser Gemeindeammann, Ralf Dörig, in seiner Ansprache daran, was die Seniorinnen und Senioren in all den Jahren in Bergdietikon für die Gemeinde geleistet haben, und es freut die Gemeindebehörden, dass man mit diesen Seniorenanlässen etwas zurückgeben kann. Natürlich erwarteten alle im Saal die schon fast traditionelle Geschichte – in diesem Jahr besuchte uns der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry.

Der Erzähler teilt im Buch mit dem Leser seinen Kummer über die Tatsache, dass erwachsene Menschen zu wenig verstehen von dem, was wirklich wichtig ist. Im Gegensatz zu Kindern ist ihre Wahrnehmung eher verschlossen und manchmal auch getrübt. Der Erzähler ist Pilot, und sein Flugzeug stürzt bei einer Reise über der Sahara ab. Er überlebt, ist aber fernab jeglicher Zivilisation gestrandet, mit einem Wasservorrat für gerade mal acht Tage und einem kaputten Flugzeug.

Hier begegnet ihm der Prinz – klein von Statur, mit hellblondem Haar und der Angewohnheit, Fragen zu wiederholen, bevor sie beantwortet werden. Der Prinz verlangt vom Erzähler, dass er ihm ein Schaf malt. Und der kleine Prinz erzählt von seiner Reise und den Besuchen vieler Sterne. Er erzählt aber auch über die Begegnung mit dem Fuchs. Von diesem stammt der wohl wichtigste Satz aus dem ganzen Buch: «Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.» Und so kommt es wie es kommen muss: Der Pilot kann seine Maschine reparieren, und der kleine Prinz geht zurück auf seinen Stern – weil er die Rose liebt.

Aber jetzt ist genügend geredet und musiziert, jetzt soll die Weihnachtsfeier ein paar fröhliche Stunden bringen, und das Essen wartet. Die Crew des Familienvereins, wie immer verstärkt durch den Nachwuchs der «Familienvereinler», nämlich viele Töchter und Söhne, starten mit dem Service.

Der traditionelle Schinken und Kartoffelsalat, zubereitet in feinster Qualität, fand, dank dem perfekt organisierten Service, schnell den Weg zu den mittlerweile hungrigen Gästen. Für die Vegetarier wurde ein perfektes Ratatouille serviert, Bevor das langersehnte Dessert den Weg zu den Seniorinnen und Senioren fand, nämlich die wiederum selbst gemachte Schwarzwälder Torte, meldeten sich Claudia Daniel-Siebenmann, Pfarrerin der Reformierten Kirche, und Michael Jablonowski, Pastoralraumleiter, mit einem Beitrag.

Von Betlehem nach Bergdietikon

Die Geschichte, die uns erzählt wird, handelt von zwei Engeln, die irgendwo im All sitzen und über ihr Handy gebeugt versuchen, das gesuchte Ziel «Betlehem» einzugeben. Noch sind sie sich nicht sicher, ob sie mit Hilfe von Google oder mit Hilfe der neuen Bibel-App ans Ziel kommen wollen. Auf ihrer geplanten Reise landen sie 1700 Jahre zu früh bei Jakob und Rahel, die gerade über den bei der zweiten Geburt verstorbenen Sohn trauern. Dann reisen sie 700 Jahre weiter und treffen Ruth und Noomi, die nach dem Tod ihrer Männer neu anfangen müssen. Weiter sehen sie David, den kleinsten Sohn, der von Samuel zum König gesalbt wird. Schliesslich erreichen sie die richtige Zeit und das richtige Ziel: Maria ist hochschwanger, und ein Stern leuchtet ganz hell. Die Engel üben leise ihre Botschaft: «Fürchtet euch nicht … euch ist heute der Heiland geboren.» Betlehem wird vom Ort der Trauer zum Ort der Freude. Die beiden Engel können es kaum erwarten. Aber neugierig, wie sie nun mal sind, wollen sie noch einen Sprung in die Zukunft wagen, in die kleinste der Städte im Aargau. Gott mag die am meisten – also auf nach Bergdietikon.

Insgesamt zwei gelungene Geschichten, die uns eigentlich erinnern sollten, dass Weihnacht das Fest der Liebe und des Verständnisses ist. Dessert, Kaffee und, wer wollte, auch einen kleinen Klaren dazu, bildeten so langsam einen runden Abschluss dieser Seniorenweihnacht.

Rundum zufriedene Gesichter

Das Team des Familienvereins hat auch in diesem Jahr das Programm mit viel Liebe zusammengestellt. Zur Erinnerung: Das war das dritte Jahr, dass das Essen durch ein eigenes Team des Familienvereins gekocht wurde. Und das hat sich gelohnt. Die Suppe war wunderbar abgeschmeckt – der Schinken sah wieder wie Schinken aus, und der vegetarische Teller mit einem Ratatouille war richtig gluschtig. Gut gelungen – ein grosses Kompliment! Und, auch nicht zu vergessen: Selber zu kochen ist auch günstiger.

Erwähnenswert bleibt aber auch wie jedes Jahr die Dekoration, begonnen bei der Halle bis hin zum Tisch und zum einzelnen Sitzplatz! Und am Schluss durften alle auch noch ein Geschenk in Empfang nehmen.

2025 war erneut ein wirklich schöner Anlass! Ein grosses Dankeschön an das OK des Familienvereins, an Sandra Steinger, Michelle Haug, Trix Haug, Evelyne Zürcher und Pascal Steinger, an die vielen Helferinnen und Helfer und vor allem auch an die jungen Familienvereinler, an Christoph Kuhn und an die Gemeindeverwaltung, welche die ganze Administration sicherstellten, und an den Gemeinderat, der diesen Anlass immer grosszügig unterstützt. Ein besonderer Dank gebührt auch dem Team der Spitex, das mit seinen Krankentransporten dafür sorgte, dass Seniorinnen und Senioren, die nicht gut zu Fuss sind, an der Weihnachtsfeier teilnehmen konnten. Alle anwesenden Seniorinnen und Senioren freuen sich bereits auf die Weihnacht 2026!

Redaktion
Werni Weibel

Was meint der Sternekoch Ratatouille zu unserem Spitzenkoch: «Also, ganz ehrlich, ich könnte das Ratatouille nicht besser machen!»

Bildquelle: Adobe Stock (KI)

Am Samstag war nicht nur das Dekoteam eifrig am Werk, sondern auch eine grosse Küchenbrigade. Bereits zum dritten Mal wurde das Weihnachtsessen durch Mitglieder des Familienvereins gekocht. Was in

den letzten zwei Jahren sehr gut gelungene Versuche waren, wurde dieses Jahr verfeinert und professionalisiert. Unter der Leitung von Pascal Steinger, Hobbykoch mit Herz und Seele und von Beruf IT-Fachmann, wurden akribisch ausgearbeitete Lieferantenlisten, Einkaufslisten und Drehbücher geschaffen.

Und so begann die Küchenbrigade, zu schälen und schnipseln und die Suppe aufzusetzen. Die Brühe für den Schinken wurde ebenfalls vorbereitet. Die Tränen waren nicht nur den Zwiebeln geschuldet, sondern auch der guten Stimmung im Team, da viel gelacht wurde. Allein für das Dessert wurden insgesamt 14 Schwarzwälder Torten hergestellt.

Die Einkaufsliste für den Anlass ist imposant. Hier ein Auszug:

  • 23 Kilo Schinken
  • 35 Kilo Kartoffelsalat
  • 12 Liter Rahm
  • rund 20 Kilo Gemüse, Kräuter usw.
  • 10 Kilo Brot
    … und viele andere Zutaten, die für die Zubereitung notwendig sind.
 

Auch die Planung für den eigentlichen Ablauf am Sonntag war auf die Minute genau getaktet, was für alle Beteiligten ein grosser Vorteil war. Die ganze Küchenbrigade, die mit grosser Freude am Werk war, hat einen super Job geleistet. Einen solchen Anlass für 150 Gäste (135 Portionen Schinken und 15 Portionen Ratatouille und entsprechend viele «Grüsse aus der Küche») zu stemmen, ist eine grosse Leistung!