Navigieren in Bergdietikon

Brandschutz im privaten Haushalt

Eine vergessene Pfanne auf dem Herd, eine Kerze zu nah am Vorhang, überlastete Steckdosen oder Funkenflug beim Grillieren – ein Brand kann jedem passieren. Und dabei sind nicht nur die Flammen gefährlich, sondern auch der dabei entstehende Rauch. Doch schon mit kleinen Schutzmassnahmen lässt sich eine grosse Wirkung erzielen.

Bild: Adobe Stock

Spätestens seit dem 1. Januar 2026, nach einem tragischen Ereignis, ist das Thema Brandschutz wieder in den Vordergrund gerückt. Auch wir von der Zeitung halten hier in stiller Trauer an und wünschen den Angehörigen viel Kraft. Den zahlreichen Verletzten mit ihren zum Teil schweren Brandverletzungen wünschen wir ebenfalls viel Kraft sowie eine schnelle und gute Rückkehr in den Alltag.

Bei den Überlegungen zum Brandschutz geht es ums Erkennen der Risiken, ums Abschätzen der Brandlast* und um die gesetzlichen Vorschriften. Ein wirksamer Brandschutz beginnt nicht erst im Ernstfall, sondern lange davor. Geeignete Mittel helfen, einen Entstehungsbrand früh zu erkennen und selber zu bekämpfen. Der Brand muss gut zugänglich und bekannt sein. Die selbstständige Bekämpfung ersetzt auf keinen Fall eine frühzeitige Alarmierung der Feuerwehr – Minuten können hier ausschlaggebend sein. Gehen Sie auf keinen Fall unnötige Risiken ein.

Eigenverantwortung

Brandschutz im privaten Haushalt basiert in erster Linie auf Eigenverantwortung. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner ist selbst dafür verantwortlich, geeignete Massnahmen zu treffen und diese regelmässig zu überprüfen. Kontrollen durch die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) finden im privaten Wohnbereich in der Regel nicht statt. Umso wichtiger ist es, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und einfache Schutzmassnahmen konsequent umzusetzen.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihre Versicherungen geprüft? Haben Sie Ausbauten, Umbauten oder Ergänzungsbauten neu einschätzen lassen? Stimmt der versicherte Wert Ihrer Mobiliarversicherung noch?


* Unter Brandlast (auch Brandbelastung) versteht man im Brandschutz und der Sicherheitstechnik die Wärme, die bei der Verbrennung von Gegenständen entstehen kann.


Brände entstehen selten durch spektakuläre Ereignisse und vielfach auch dort, wo man sich sicher fühlt: nämlich zuhause. Ob in der Küche, im Wohnzimmer, im Keller, in der Garage oder im Schlafzimmer – Feuer kennt keine Routine und keinen Alltag. In den meisten Fällen sind es alltägliche Situationen: eine vergessene Pfanne auf dem Herd, eine Kerze zu nah am Vorhang, überlastete Steckdosen oder Funkenflug beim Grillieren. Besonders tückisch ist, dass nicht nur die Flammen gefährlich sind, sondern auch der dabei entstehende Rauch, der innert kurzer Zeit zur grössten Bedrohung wird. Rauch breitet sich in Gebäuden rasch aus, macht die Orientierung schwierig und kann innert weniger Minuten zur Bewusstlosigkeit führen.

Rauchmelder: die wichtigste Warnung zur richtigen Zeit

Rauchmelder gehören zu den wirksamsten Schutzmassnahmen. Sie warnen früh, und gerade nachts ist das entscheidend: Menschen riechen Rauch im Schlaf kaum und werden oft nicht rechtzeitig wach. Deshalb sind Rauchmelder insbesondere in Schlafzimmern sowie in Fluren und Korridoren wichtig – also dort, wo man im Notfall den Weg nach draussen sucht. Mindestens ebenso wichtig wie das Montieren ist der Unterhalt. Ein kurzer Druck auf den Testknopf genügt, um die Funktion regelmässig zu prüfen.

Fluchtwege freihalten – Treppenhäuser sind keine Abstellräume

Im Alltag wird schnell «praktisch» gedacht: ein Schuhregal im Gang, Kartons im Treppenhaus, der Kinderwagen im Korridor. Im Brandfall können solche Gegenstände jedoch zum echten Problem werden, denn wenn Rauch ins Treppenhaus dringt, zählt jede Sekunde. Hindernisse können nicht nur die Flucht verzögern, sondern auch den Einsatz der Rettungskräfte behindern.

Fluchtwege, Treppen und Ausgänge müssen jederzeit frei und passierbar sein. Wer im Haus lebt, schützt damit nicht nur sich selbst, sondern alle Bewohnerinnen und Bewohner.

Nicht jeder Haushalt braucht professionelle Ausrüstung, doch ein Minimum lohnt sich. Vor allem wichtig ist zudem, dass das Löschmittel leicht erreichbar ist und jeder weiss, wo es zu finden ist. Informieren Sie sich, wie man damit umgeht. Empfehlenswert sind:

Löschdecke: unscheinbar, aber wirkungsvoll

Sie gehört zu den einfachsten, aber gleichzeitig wirkungsvollsten Mitteln im Haushalt. Sie ist besonders für die Küche geeignet, denn dort entstehen viele Brände – oft durch überhitztes Fett oder Öl. Eine Löschdecke wirkt, indem sie dem Feuer den Sauerstoff entzieht. Genau aus diesem Grund ist sie bei Fettbränden das Mittel der Wahl. Wasser darf in solchen Situationen niemals eingesetzt werden, da es schlagartig verdampft und das brennende Fett explosionsartig verteilt.

Ganz wichtig ist beim Einsatz, ruhig und bedacht vorzugehen. Die Decke sollte schützend vor den eigenen Körper gehalten und von vorne nach hinten über den Brand gelegt werden. So verhindern Sie, dass Ihnen Flammen entgegenschlagen. Schützen Sie dabei unbedingt auch Ihre Hände mit der Decke. Nachdem das Feuer erstickt ist, sollte die Decke noch längere Zeit auf dem Brandherd liegen bleiben, um ein erneutes Entzünden zu verhindern. Vergessen Sie nicht, den Herd abzuschalten. Auch hier gilt: Im Zweifel die Feuerwehr alarmieren (Tel. 118).

Der richtige Handfeuerlöscher für zu Hause

Ein Handfeuerlöscher kann in der Anfangsphase eines Brandes sehr effektiv sein, vorausgesetzt, er ist richtig ausgewählt und wird korrekt eingesetzt. Für private Haushalte eignen sich insbesondere Fettbrandlöscher oder Schaumlöscher (AB), weil diese weniger Folgeschäden anrichten. Während Pulverlöscher (ABC) sehr vielseitig einsetzbar sind, hinterlassen sie starke Rückstände – für einen Gebrauch im privaten Haushalt suboptimal.

Ebenso wichtig wie die Wahl des Löschers ist dessen Platzierung. Ein Feuerlöscher sollte dort montiert sein, wo man ihn im Notfall schnell erreicht, zum Beispiel zentral im Eingangsbereich. Er sollte gut sichtbar montiert sein. Ein Feuerlöscher ist nur dann hilfreich, wenn man weiss, wie er funktioniert. Deshalb lohnt es sich, die Bedienungsanleitung einmal in Ruhe durchzulesen und regelmässig zu kontrollieren, ob der Löscher betriebsbereit ist.

Unterschätzte Gefahr auf Balkon und Terrasse

Mit der warmen Jahreszeit steigt auch das Risiko von Grillbränden. Die Gefahr liegt oft nicht im Grill selbst, sondern im Funkenflug und der falschen Entsorgung der Asche. Wind kann Glutpartikel weit tragen, und ein Balkon bietet viele brennbare Materialien: Möbel, Holz, Pflanzen, Sonnenschirme, Vorhänge.

Besonders oft unterschätzt wird die Grillasche: Sie kann noch lange Glutnester enthalten, selbst wenn sie kalt wirkt. Kippen Sie deshalb niemals Asche in Kartons, Plastiksäcke oder den Hausmüll, sondern lassen Sie die Asche vollständig auskühlen (mindestens zwei Tage) und lagern und entsorgen Sie sie nur in einem Metallbehälter mit Deckel.

Sorgen Sie immer dafür, dass die Restasche nicht unbeaufsichtigt bleibt. Ein Grill hat meistens einen feuerfesten Deckel – nutzen Sie diesen!

Lagerung von Gefahrenstoffen

Die Lagerung von Gefahrenstoffen ist gesetzlich untersagt in Kellern bzw. Untergeschossen, Treppenhäusern, Fluchtwegen, Allgemeinräumen, Technik- oder Heizräumen sowie in Garagen und Parkierungsanlagen (Einzelgarage, Garage im Haus oder Anbau, Einstellhalle/Tiefgarage).

Gefahrenstoffe sind: brand-, feuer- oder explosionsgefährliche Stoffe wie z. B. Gasflaschen oder Druckgasbehälter, Benzin, Lösungsmittel, Verdünner oder Spraydosen. Ebenso gehören Altpapier (Zeitungen) oder die Reserve an Holz für Ihren Kamin weder in den Keller noch in Ihre Garage.

Was ist denn eigentlich erlaubt?

  • ein Schrank mit maximal 0,5 m3 Inhalt aus brennbarem Material wie Holz oder mit maximal 1,0 m3 Inhalt aus nicht brennbarem Material wie Blech für das Material für den Betrieb und die Pflege des Autos,
  • ein Satz Pneus oder Winter- bzw. Sommerreifen,
  • zum Fahrzeug gehörendes Material wie ein Dachträger oder eine Dachbox,
  • sperrige und häufig transportierte Gegenstände wie Skis, Schlitten, Surfbretter oder Leitern

Achtung: Gasflaschen für Grill oder Camping (Propan/Butan) dürfen ausschliesslich im Freien, aufrecht und gesichert gelagert werden!

Elektrische Installationen

Elektrische Installationen im eigenen Haus sollten von Zeit zu Zeit durch eine Fachperson überprüft werden. Unser «Konsum» von elektrischer Energie hat sich im Laufe der letzten Jahre geändert: Immer mehr Geräte, die Strom verbrauchen – PCs, Tablets, Handy, Smartwatches –, sind im Einsatz. Wir schliessen immer mehr ans bestehende Netz an. Viele Geräte laufen im Standby-Modus. Aber nicht alle Installationen sind darauf vorbereitet. Oft wird auch selbst Hand angelegt und mal rasch da und dort eine Steckdose installiert – eine gute Gelegenheit, um mal mit Ihrem Hauselektriker die Installationen zu überprüfen. Haben Sie noch keinen Hauselektriker? In der Bergdietiker Ziitg finden Sie entsprechende Inserate.

Verhalten im Ernstfall: Kein Heldentum!

Im Brandfall entstehen innert Minuten gefährliche Situationen. Der häufigste Fehler ist, Zeit zu verlieren: nach dem Brandherd suchen, Dinge zu retten oder «noch schnell» etwas holen. Die Priorität ist immer, die Menschen zu schützen. Alarmieren Sie Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, schliessen Sie die Türen und verlassen Sie das Gebäude. Rufen Sie die Feuerwehr (Tel. 118), je schneller, desto besser.

Die wichtigsten Brandschutz-Regeln

  • Rauchmelder retten Leben – montieren, testen, Batterien prüfen.
  • Fluchtwege freihalten – das Treppenhaus ist kein Lagerraum.
  • Fettbrand: niemals Wasser! – Brand mit Deckel oder Löschdecke ersticken.
  • Grillasche kann lange glimmen – nur in Metallbehälter mit Deckel entsorgen.
  • Im Brandfall: Türen schliessen, raus, alarmieren – Menschen zuerst!

Daraus ergibt sich die folgende Checkliste:

  • Sind Rauchmelder vorhanden und werden diese regelmässig getestet?
  • Sind die Fluchtwege frei und die notwendigen Schlüssel griffbereit? (Ein verschlossener Notausgang nützt nichts!)
  • Steckdosenleisten nicht überlasten, Kabel auf Schäden prüfen.
  • Löschdecke/Löschspray, ggf. Feuerlöscher vorhanden? (Prüf-Intervalle beachten!)
  • Grill und Asche sicher: Abstand, kein Funkenflug, Asche korrekt entsorgt.
  • Gefahrenstoffe wie Grill-Gas (Propan/Butan) korrekt lagern.

Diese Hinweise sind in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und einem Lieferanten von Brandschutzartikeln entstanden. Sie sind als hilfreiche Hinweise zu sehen, ersetzen aber nicht die offiziellen Brandschutzvorschriften. Weitere verständliche und praxisnahe Informationen zum Brandschutz im Alltag finden Sie auf der Webseite https://www.bfb-cipi.ch/

Bei Fragen zum kommunalen Brandschutz steht die Abteilung Bau und Planung gerne zur Verfügung: 044 746 31 56 oder bauverwaltung@bergdietikon.ch.

Redaktion
Werni Weibel