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Der «Peyer-Spirit» ist zurück im Bernold

Mit Moscht, Güx und bald kleinem Hofladen starten Mike und Ueli auf dem Bergdietiker Peyer-Hof durch. Ihre fruchtigen Brände und kreativen Cocktails sind in der ganze Region bekannt. Und die beiden Freunde haben noch so manche «Schnapsidee» in petto!

Bild: zVg

Mike Kaufmann, gebürtiger Bergdietiker, durfte die Landwirtschaftszone des Peyer-Hofs von seinen Grosseltern Nelly und Walter Peyer übernehmen. Walter Peyer, ehemaliger Landwirt, Jagdaufseher und Werkhofmitarbeiter der Gemeinde Bergdietikon, konnte den Hof, zusammen mit seiner Ehefrau, 1954 von der Familie Dubach übernehmen. Der Hof wurde später aufgeteilt, und so wohnen heute in 1b und 1c zwei Familien von Töchtern von Walter und Nelly Peyer. Die Vorgeschichte des Hofs geht weit zurück. So findet sich bereits 1779, anlässlich einer Berggemeindezählung, ein Haus auf den Namen Kasper Peyer mit insgesamt 11 Personen. Der Hof wechselte im Lauf der Zeit mehrfach den Besitzer.

Mike startete 2018 zusammen mit seinem Kollegen Ueli Kuster unter dem Markennamen «Peyer», in Erinnerung an seine Grosseltern und den ehemaligen Hof, mit der Herstellung von eigenem «Suure Moscht» sowie verschiedenen Obstdestillaten. Viele der Obstbäume und Sträucher stammen noch von Walter Peyer. Die Anlage wurde zwischenzeitlich mit zahlreichen weiteren und seltenen Sorten von Pro Specie Rara ergänzt. Heute umfasst die Streuobstwiese rund 35 Bäume und 25 Beerensträucher, die nicht nur für die Produkte genutzt werden, sondern auch zur Erhaltung der Sortenvielfalt in der Schweiz beitragen.

Gut vernetzt

Das Hauptprodukt «Suure Moscht» hat im Jahr 2022 die 2000-Flaschen-Produktion überschritten, und so mussten die eigenen Obsterträge ergänzt werden. Dank einer Kooperation mit dem Landwirtschaftsbetrieb Kloster Fahr konnte diese Lücke gefüllt werden. Das Obst selber wird im Basi bei der Familie Bräm zu Süssmost gepresst. In Stahlfässern, die im umgebauten Produktionsraum an der Herrenbergstrasse lagern, wird die Gärung fein säuberlich eingeleitet, später mit Fruchtzucker und Kohlensäure ergänzt und in Flaschen abgefüllt.

Die Zwetschgen, Mirabellen, Quitten, Gravensteiner und alle weiteren zu Bränden verarbeiteten Früchte werden in Maischefässern gelagert und während der Gärung überwacht. Für den Brand selber haben sie einen der bekanntesten Brenner im Kanton Aargau ausgewählt: Die Brennerei Humbel in Stetten, die mit ihren Produkten weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt ist, bürgt für Qualität. Und so kommt es, dass die Peyer-Obstdestillate von ausnehmender Qualität und mit fruchtigen Aromen auf die Käufer warten. Wer davon geniessen will, muss sich jeweils sputen – die produzierte Anzahl von Flaschen ist überschaubar, und demzufolge ist jede einzelne fast eine Rarität.

Kreative Drinks

Bereits 2018 bildete sich rasch eine treue Kundschaft, und «Peyer» wurde in der Region bekannt – von Bremgarten über den Mutschellen bis hin zu Szenebars und Restaurants in Zürich. Seit 2023 setzen Mike und Ueli zusätzlich auf die regionale Cocktailkultur: Mit den eigenen Obstbränden kreieren sie kreative Cocktails und zeigen, dass gute Drinks nicht zwingend Gin aus England oder Vodka aus Russland brauchen, sondern genauso gut mit Edelbränden aus dem Bernold in Bergdietikon gelingen. Diese Events finden grossen Anklang, vom Reusstal bis nach Zürich. Und das liest sich dann zum Beispiel so:

  • MoschtCHito: Moscht – Limette – Minze und Apfel
  • Belle Fizz: Mirabelle-Güx – Limette – Zucker und Soda
  • Bire Spritz: Gälmöschtler-Güx – Schaumwein und Biresirup

Mobiler Hofladen geplant

Was als kleines Hobby begonnen hat, ist mittlerweile zu einer Leidenschaft geworden – zu einem «aus dem Ruder gelaufenen Projekt», in dem Mike seine langjährige Marketing- und Verkaufserfahrung aus der Werbebranche wunderbar einbringen kann, vom Ursprung bis zur Vermarktung: von der Zwetschge über den Schnaps bis hin zum Cocktail an der Bar.

In diesem Jahr ist geplant, der Bevölkerung den kleinen Hof im Bergdietiker Bernold mit einem mobilen Hofladen wieder etwas näherzubringen. Angeboten werden auch alkoholfreie Produkte aus dem Hause Peyer wie Dörrobst, Beeren, Konfis usw. Die Eröffnung ist für Juni geplant (die Bergdietiker Ziitig wird in der nächsten Ausgabe darüber berichten). Zudem sollen weiterhin verschiedene Events ausserhalb der Gemeinde den Fokus auf das Bernold – und somit auch auf Bergdietikon – richten. Details finden Sie unter www.moscht-peyer.ch.

In den letzten acht Jahren hat Mike den «Peyer-Spirit» im Bernold wiederbelebt und damit das Vermächtnis seiner Grosseltern weitergeführt. Wir wünschen dem initiativen Team viel Erfolg! Auf alle Fälle bleiben wir dran.

Redaktion
Werni Weibel