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Zusammenschluss der Kirchgemeinden am Mutschellen kommt nicht zustande

Die Kirchgemeinden Berikon-Rudolfstetten-Bergdietikon, Eggenwil-Widen und Oberwil-Lieli hatten den Zusammenschluss zu einer Kirchgemeinde dem Stimmvolk vorgelegt. Zwei Kirchgemeinden stimmten deutlich zu, eine lehnte deutlich ab.

Die Stimmberechtigten der drei Kirchgemeinden am Mutschellen haben am 14. Juni 2026 unterschiedlich über den geplanten Zusammenschluss entschieden. Während der Vorlage in zwei Kirchgemeinden mit über 90% zugestimmt wurde, ist sie in Oberwil-Lieli mit 74% abgelehnt worden. Da für den Zusammenschluss die Zustimmung aller drei Kirchgemeinden erforderlich gewesen wäre, kann das Projekt nicht umgesetzt werden.

Das Projektteam nimmt dieses Resultat mit Bedauern zur Kenntnis. In den vergangenen rund zwei Jahren wurde viel Zeit und Engagement investiert, um gemeinsam eine tragfähige Lösung für die zukünftige Organisation der Kirchgemeinden am Mutschellen zu erarbeiten. Ziel war es, die bewährte Zusammenarbeit des Pastoralraums auch auf kirchgemeindlicher Ebene abzubilden und die Voraussetzungen für eine langfristig starke und handlungsfähige Kirchgemeinde zu schaffen.

Finanziell sind die beteiligten Kirchgemeinden weiterhin solide aufgestellt. Das Abstimmungsergebnis bedeutet deshalb keine unmittelbare finanzielle Krise. Nicht gelöst sind jedoch die strukturellen Herausforderungen, die die Kirchgemeinden bereits heute beschäftigen und in Zukunft weiter zunehmen werden: der Unterhalt und die Bewirtschaftung der Immobilien, der Mangel an Fachkräften, die Gewinnung von Freiwilligen, die Besetzung von Behördenämtern sowie die Frage, wie kirchliches Leben unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gestaltet werden kann. Hinzu kommen der anhaltende Rückgang der Mitgliederzahlen und die Aufgabe, mit zeitgemässen Angeboten auf diese Entwicklung zu reagieren.

Mit dem Scheitern des Zusammenschlusses bleiben die bisherigen Strukturen bestehen. Als nächster wichtiger Schritt stehen die Gesamterneuerungswahlen am 29. November 2026 an. Für die drei Kirchpflegen müssen wiederum insgesamt fünfzehn Mitglieder gefunden und gewählt werden. Ob dies in allen Kirchgemeinden in der notwendigen Zahl gelingt, wird sich zeigen.

Das Abstimmungsergebnis wirft zugleich die Frage auf, wie die Zusammenarbeit am Mutschellen künftig weiterentwickelt werden kann. Die Zukunft wird zeigen, ob die zustimmenden Kirchgemeinden einen Zusammenschluss der Willigen prüfen möchten. Dabei wird sorgfältig zu analysieren sein, welche organisatorischen, kirchenpolitischen und landeskirchlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Zusammenschluss von zwei statt drei Kirchgemeinden sinnvoll und nachhaltig gestaltet werden kann.

Das Projektteam dankt allen Beteiligten für die konstruktive Diskussion, das Engagement und die breite Unterstützung. Der Entscheid beendet das Projekt, nicht aber die Herausforderungen, vor denen die Kirchgemeinden am Mutschellen stehen. Die Suche nach tragfähigen Antworten für eine lebendige, handlungsfähige und zukunftsorientierte Kirche bleibt damit weiterhin eine gemeinsame Aufgabe.