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Das Leben und Wirken von Thuri Eichenberger

Thuri war ein Mensch, der anpackte. Einer, auf den man zählen konnte. Einer, der Verantwortung übernahm, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Und vor allem war er ein Mensch mit einem grossen Herzen.

Bild: zVg

Am 14. Januar 1932 wurde Arthur, von allen liebevoll «Thuri» genannt, geboren. Aufgewachsen ist er auf dem Oberen Schönenberg als viertes von sechs Kindern. Seine Kindheit war von frühen Schicksalsschlägen geprägt: Bereits im Alter von fünf Jahren verlor er seinen Vater. Seine Mutter musste fortan mit sechs Kindern ohne Witwenrente durch schwierige Zeiten kommen. So lernte Thuri schon als Kind, Verantwortung zu übernehmen, anzupacken und für andere da zu sein. Das begleite ihn sein ganzes Leben lang.

Damals war die Gruppe der Katholiken in Bergdietikon klein, und es war selbstverständlich, dass man Sonntag zweimal zu Fuss nach Berikon wanderte – am Vormittag, um an der Messe teilzunehmen, am Nachmittag, um in die Christenlehre zu gehen.

1954 lernte er Valeria Casanova kennen. Zwei Jahre später heirateten die beiden, und im selben Jahr übernahm Thuri den Bauernhof. Gemeinsam mit Valeria gründete er eine grosse Familie. Acht Kinder, vier Buben und vier Mädchen, wurden ihnen geschenkt. Das Familienleben war nicht immer einfach, doch Thuri und Valeria meisterten die Herausforderungen gemeinsam. Auch in der Landwirtschaft bewies er immer wieder Weitsicht und Mut. Er stellte frühzeitig von Milchkuh- auf Mutterkuhhaltung um, baute den Stall um und begann später mit der Angus-Zucht, die zu einem wichtigen Teil seines Lebenswerks wurde.

1993 übernahmen Martin und Barbara Eichenberger den Hof. Thuri blieb dem Betrieb weiterhin eng verbunden und half mit, wo er konnte. Es erfüllte ihn mit Freude und Stolz, den Hof, den bereits sein Vater bewirtschaftet hatte, in den Händen seines Sohnes zu wissen.

Vielseitig engagiert

Doch Thuris Wirken beschränkte sich nie auf Familie und Landwirtschaft. Er war ein ausgesprochen offener, geselliger und engagierter Mensch. Als junger Mann war er im Turnverein Dietikon, im Schützenverein Bergdietikon und im Männerchor Bergdietikon aktiv. 1978 gehörte er zudem zu den Gründungsmitgliedern des Jodelclubs «Echo vom Hasenberg». Über viele Jahre brachte er sich in Vereinen und bei Anlässen mit grosser Tatkraft und seinem Organisationstalent ein.

Auch Verantwortung für die Gemeinschaft übernahm er: Einige Jahre war er Mitglied der Schulpflege Bergdietikon. Diese Aufgabe nahm er trotz manchem Gesprächsstoff rund um das berühmte scherzhafte «Traktandum Eichenberger» mit Engagement und Verantwortungsbewusstsein wahr.

Anpacken ist selbstverständlich

Wenn man auf sein Leben zurückblickt, beeindruckt vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Thuri für andere da war. Einen Bauernhof bewirtschaften, eine grosse Familie versorgen, Kinder erziehen und sich gleichzeitig in Vereinen und für die Gemeinschaft engagieren – all das gehörte für ihn einfach dazu. Er war kein Mensch, der viele Worte machen musste. Er packte an, übernahm Verantwortung und half, wenn Hilfe gebraucht wurde.

Thuri war ein bodenständiger und zuverlässiger Mensch. Seine Frau Valeria unterstützte er in vielem, ganz besonders bei ihrer grossen Gastfreundschaft. Gemeinsam schufen sie ein Zuhause, in dem sich viele Menschen willkommen und wohl fühlten. Auch zahlreiche Pflegekinder durften diese Wärme und Herzlichkeit erfahren und bei Thuri und Valeria ein Gefühl von Geborgenheit finden.

Ein Mensch, den man nicht vergisst

Thuri Eichenberger war kein Mensch, der sich in den Vordergrund drängte. Sein Wirken zeigte sich vielmehr im täglichen Leben: in seiner Familie, auf dem Hof, im Verein, in der Gemeinschaft und in den vielen Begegnungen mit Menschen.

Wer ihn kannte, wird sich deshalb nicht nur an den Bauern, Vereinsmenschen oder Familienvater erinnern. Man wird sich an Thuri als Gutmensch erinnern: an einen offenen, herzlichen und hilfsbereiten Menschen, der vielen etwas gegeben hat.

Redaktion
Werni Weibel