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Jahresrechnung 2025 schliesst mit Ertragsüberschuss ab

Bild: Adobe Stock

Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Bergdietikon schliesst mit einem Ertragsüberschuss von CHF 89’346.83 ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von CHF 281’700, womit das Ergebnis um rund CHF 371’000 besser ausfällt als erwartet. Hauptgründe für dieses deutliche Plus sind höhere Steuereinnahmen natürlicher Personen sowie tiefere Aufwände in mehreren Bereichen.

Steuererträge deutlich über Budget
Die Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen liegen im Rechnungsjahr CHF 646’331 über dem Budget und diese aus den Vorjahren übersteigen das Budget um CHF 108’100. Auch Nach- und Strafsteuern sowie Grundstückgewinnsteuern fielen höher aus als erwartet. Demgegenüber blieben die Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen CHF 443’634 unter der Planung.

Eine ausserordentliche Entlastung bringt zudem die zweite Tranche einer Erbschaft:
Im Jahr 2025 wurden CHF 227'258 verbucht (budgetiert CHF 200'000); insgesamt beträgt der Erbanteil der Gemeinde CHF 527’258.

Gesamtergebnis dank gezielter Bewirtschaftung im Griff
Aufwandseitig zeigen sich Mehrkosten in einzelnen Bereichen, insbesondere in der Bildung (+CHF 256’447) sowie der Gesundheit (+CHF 34’611). Die Budgetüberschreitungen im Bildungsbereich sind hauptsächlich durch eine erhöhte Sonderschulbedürftigkeit sowie nicht aufschiebbare Unterhaltsarbeiten und Abschreibungen zurückzuführen. Zudem führten veränderte Tarifstrukturen bei der Musikschule, Mehrpensen in der Schulleitung und krankheitsbedingte Personalausfälle bei den Hauswartungen zu weiteren Mehrkosten. Im Gesundheitsbereich konnten die Spitex-Kosten um CHF 85’814 gesenkt werden, hingegen stiegen die Restkosten der Pflegefinanzierung um CHF 107’726.

Gleichzeitig konnten mehrere Abteilungen – insbesondere Allgemeine Verwaltung, Öffentliche Ordnung und Sicherheit sowie Umwelt und Raumordnung – ihre Budgets unterschreiten. Insgesamt resultiert in den Abteilungen 0–8 ein moderater Mehraufwand von CHF 24’517.06.

Investitionen: grosse Projekte im Gange
Die Nettoinvestitionen der Einwohnergemeinde belaufen sich auf CHF 2.59 Mio. und liegen damit leicht unter dem Budget von CHF 2.69 Mio.
Investiert wurde unter anderem in:

  • Strassen- und Belagssanierungen (Industriestrasse, Raistrasse, Schönenberg)
  • Bushaltestellen in mehreren Ortsteilen
  • Sanierung Schulhausinfrastruktur

Mehrere Projekte laufen über mehrere Jahre; entsprechende Kreditverschiebungen sind normal.

Spezialfinanzierungen

Wasserwerk

  • Ertragsüberschuss: CHF 84’684.40 (Budget: CHF 44’600)
  • Grund: sehr ergiebige eigene Wasserförderung und geringerer Verbrauch, weniger Wasser-zukäufe nötig
  • Ersatz von Wasserleitungen

Abwasserbeseitigung

  • Aufwandüberschuss: CHF 5’699.37 (Budget: Ertragsüberschuss von CHF 4’700)
  • Geringerer Wasserverbrauch generiete tiefere Gebühreneinnahmen
  • Ersatz von Abwasserleitungen

Abfallwirtschaft

  • Ertragsüberschuss: CHF 16’603.95 (Budget: Aufwandüberschuss CHF 41’200)
  • Verzögerung bei der Verlegung der Feldrandkompostierung, Kosten fallen erst 2026 an


Ausblick
Die finanzielle Lage der Gemeinde präsentiert sich weiterhin solide, doch die Jahresrechnung 2025 bestätigt mehrere strukturelle Trends, welche den finanziellen Handlungsspielraum künftig stärker beeinflussen werden. Insbesondere gebundene Ausgaben in den Bereichen Pflegefinanzierung, Bildung und Soziale Sicherheit steigen weiter an und liegen teilweise deutlich über Budget. Diese Kosten sind nur begrenzt beeinflussbar und betreffen viele Gemeinden im Kanton Aargau in ähnlicher Weise.

Die erhöhten Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen zeigen zudem die Folgewirkungen der Investitionen der vergangenen Jahre. Notwendige Infrastruktur- und Schulbauten führen langfristig zu höheren jährlichen Kosten und verlangen nach einer konsequent vorausschauenden Planung.

Angesichts dieser Entwicklungen wird es für die kommenden Jahre entscheidend sein,

  • Investitionen weiterhin sorgfältig zu priorisieren,
  • Kostenentwicklungen frühzeitig zu erkennen und aktiv zu steuern,
  • und den finanziellen Handlungsspielraum langfristig zu sichern, insbesondere in einem zunehmend herausfordernden Umfeld.

GEMEINDERAT BERGDIETIKON