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24. Februar 2017

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Gemeindehaus ist keine Galerie mehr

Die leeren weissen Wnde seien langweilig, sagten die Verwaltungsangestellten, als das Gemeindehaus in Bergdietikon bezogen wurde. Das war vor 32 Jahren. Da hatte der damalige Vizeammann Werner Rodel die Idee, dass man Bilder von Knstlern ausstellen knnte. Sie wurde von Urs Sprri mit Freude aufgenommen. Der damalige Gemeindeschreiber und sptere Gemeinderat hatte jedoch eine Bedingung: «Mir war wichtig, dass ich die Verantwortung fr die Kunstausstellung im Alleingang und ohne Kommission bernehmen konnte.» Er setzte sich bei den Behrden durch und erffnete die erste Ausstellung mit Radierungen von Elfi Zeindler. Das Format Kunst im Gemeindehaus war geboren. Nun endet diese Geschichte. Heute Abend findet die letzte Vernissage zur 155. und letzten Ausstellung statt.

Fr Sprri war das Organisieren der Kunstausstellungen ein willkommener Ausgleich zum doch eher trockenen Broalltag. Zudem habe er dadurch viele Persnlichkeiten kennen gelernt. «Ich bin ein Liebhaber von Kultur, hatte aber zu Beginn der Anstellungsttigkeit keine vertieften Kenntnisse der Malerei. Rckblickend kann ich sagen, dass ich ein breites Spektrum an Kunstrichtungen bestaunen konnte», sagt Sprri.

Viele spannende Knstler

Am meisten schtzte Sprri, dass er die Knstler fr seine Ausstellung selbst aussuchen durfte. «Ich wollte eine Plattform fr junge Talente anbieten und sie so frdern. Viele waren aus der Region, vor allem aus Dietikon», sagt Sprri. Gerade wenn Knstler aus der Region ausstellten, sei der Besucherandrang hoch gewesen. Das weckte schon bald auch das Interesse bei internationalen Knstlern, beispielsweise solchen aus Deutschland und Frankreich. Sie wollten ihre Kunst ebenfalls in Bergdietikon ausstellen. «Davon htte ich am Anfang nie zu trumen gewagt», sagt Sprri.

Als sein persnliches Highlight der letzten dreissig Jahre bezeichnet Sprri seine Freundschaft mit dem Knstler Kurt Ingendahl, einem ausgebildeten Bildhauer, der menschliche Krper und Tiere skulptierte und malte. Er hatte ihn an einer Party in Zrich kennen gelernt. Im Gesprch fand Sprri heraus, dass Ingendahl, der zu jener Zeit in Frankreich lebte, Gemeindebrger von Bergdietikon ist. «Er war ein grossartiger Knstler und berzeugte mit seinen authentischen Werken», sagt Sprri. Der pltzliche Tod von Ingendahl im Jahr 1982 sei ein sehr trauriges Ereignis fr ihn gewesen. Er organisierte Jahre nach seinem Tod eine Gedenkausstellung fr seinen Freund. «Das war ein Riesenerfolg, denn der Besucherandrang war sehr gross», sagt Sprri.

Eine besondere Geschichte verbindet ihn auch mit dem Sohn von Kurt Ingendahl, der in Amerika wohnhaft ist. Dieser reiste nach dem Tod seines Vaters mit seiner Freundin in dessen Heimatort nach Bergdietikon, um dort im damaligen Zivilstandsamt zu heiraten. Sprri fhrte die Trauung durch und bersetzte sie ins Englische.

«Alles kommt zu einem Ende»

Bergdietikon spielt auch bei der letzten Ausstellung im Gemeindehaus eine wichtige Rolle. Gezeigt werden Bilder von Elisa Sindico, die aus der Gemeinde stammt. Ihr Stil zeichnet sich durch farbenfrohe Acryl-Gemlde aus, die meist mit Edelmetallen wie Kupfer, Bronze, Silber und Gold hervorgehoben werden. Auffallend an ihrer Malerei sind die Autos, meist von der Marke Fiat, die sie oft in Szene setzt. Sindicos Kunstwerke zeigen sich in harmonischen Farbverlufen und emotional starken Kompositionen. Neben Aycrylfarben verwendet sie verschiedene Mischtechniken wie Strukturgel, Gips und Spray. Sindico bezeichnet ihre Malerei denn auch als den Ausdruck ihres inneren Glckszustandes.

Fr seine letzte Ausstellung wnscht sich Sprri einen wrdigen Abschluss. «Ich gehe weder mit einem lachenden noch mit einem weinenden Auge. Es war fr mich eine wunderbare Erfahrung, aber alles kommt mal zu einem Ende. Es soll aber kein trauriger Abschied werden», sagt Sprri.

Obwohl nun Schluss ist mit den Ausstellungen im Gemeindehaus, wird es Sprri nicht langweilig. «Ich arbeite an weiteren kulturellen Projekten», sagt Sprri. Er ist unter anderem Prsident der Kulturkommission sowie der Museumskommission, die zustndig fr das Ortsmuseum in Bergdietikon ist. Zudem ist er auch im Vorstand des Stadtvereins in Dietikon ttig. Dieser gibt etwa das Neujahrsblatt heraus und organisiert Stadtfhrungen.

Limmattaler Zeitung vom 23. Februar 2017 (Jefimija Djukic)

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