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20. August 2018

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Nachwuchs-Stars eröffneten das Festival Bergdietikon

Trotz «Blueswetter»: Das sechste Open Air im Grüene erfreute über 600 Musikfans – unter anderem wegen des Blues-Workshops, zu dem einer der Besucher eigens von München her angereist war.

Genau zum Start des sechsten Open Airs im Grüene auf der Wiese beim Bergdietiker Schützenhaus gab es Blueswetter. Der Regen konnte die Musikfans aber nicht aufhalten, 150 Besucher kamen am Freitag und weitere 450 liessen sich das Festival am Samstag nicht entgehen. «Der Verein Bluesmerize, der das Open Air organisiert, hat zum Ziel, den Blues und dessen verwandte Musikrichtungen in der Schweiz zu unterstützen», sagt Vereinspräsident Davide Valerio. Das Festival biete nicht nur eine Plattform fürs Zuhören, man könne beim Workshop auch selber Blues-Musik machen.

Für den Gitarren-Workshop ist Harald Hänsch aus München angereist. Seine Freundin schenkte ihm zu Weihnachten eine CD der Gruppe «6 Handful of Blues» des Sängers und Gitarristen Patrik Schneider, der den Kurs am Freitag leitete. «Die Schwierigkeit im Blues liegt nicht in der Technik, sondern darin, das Blues-Gefühl zu erzeugen und eine Geschichte zu erzählen», sagte der Kursleiter, der sich sein E-Gitarren-Können autodidaktisch angeeignet hatte. Er werde ihnen Finessen zeigen, die vielen nicht auffallen würden. Eine Jamsession mit drei Gitarristen könnte so aussehen: Jemand mache das Solo, ein anderer die Klangfarbe mit Akkorden und der dritte den rhythmischen Shuffle, sagte der Lehrer. Er verglich den Shuffle mit einer vorbeiziehenden Eisenbahn. Denn der Blues kommt bekanntlich von den Sklaven, die auf Amerikas Feldern arbeiteten. Ihr Alltag floss in die Musik ein. «Sie spielten viele Töne schmutzig, das heisst abweichend und unsauber, und erfanden so ihre Ausdrucksweise wie etwa die Blues-Tonleiter», erklärte Schneider. «Patrik Schneider ist ein sehr guter Gitarrist, von ihm zu lernen, zeigt mir, dass es noch viel Raum nach oben gibt», sagte Hänsch.

Sie erfüllten die Erwartungen

«Die Jungs von Bluesmerize haben viel von der Ellis Mano Band geschwärmt. Und ich wurde nicht enttäuscht», sagte Stefania Bögli zum Auftritt der Band, die das Open Air am Freitag eröffnete. Die Gruppe formierte sich letztes Jahr aus erfahrenen Musikern: Sänger Chris Ellis und Gitarrist Edis Mano haben schon für Helene Fischer gearbeitet. Drummer Nico Looser spielte für Tracy Chapman, während Bassist Severin Graf den Groove bei James Gruntz machte. Und Manuel Halter ist ein gefragter Keyboarder etwa für Lo & Leduc. Das Festival war das zweite öffentliche Konzert der jungen Band, die neben Covers von Joe Cocker und Jimmy Hendrix auch mit Eigenkompositionen begeisterte. Ihre Songs erzählen aus dem Leben und von der Liebe. In «Whiskey» besang Chris Elis mit seiner ausdrucksstarken Stimme, wie man den Whiskey als inneren Dämon bekämpft: «Jumping over Board, Drowning Demons into the Fire.» Die Musik der Ellis Mano Band ging unter die Haut und liess zuweilen die Nacht erbeben.

«Blues ist etwas Spezielles. Das Festival ist eine coole Sache fürs Dorf», sagte Paul Meier. Von 1969 bis 1985 lebte er in New York. In dieser Zeit habe er viel Blues gehört. «Ein Open Air vor der Haustüre ist ein Muss zum Hingehen», sagte Sarah Koller, die mit Mann und Kindern vor Ort war. Das Open Air fördere den Zusammenhalt zwischen Jung und Alt, fand der Bergdietiker René Rebetez.

Limmattaler Zeitung vom 20. August 2018 (Ly Vuong)

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