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28. Dezember 2018

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Gegen Sucht helfen gute Beziehungen

Sucht hat viele Gesichter. Und gerade im Alter ist der Körper sensibler und anfälliger. Gegen eine Sucht helfen vor allem tragfähige Beziehungen und eine offene Kommunikationskultur. Fachstelle Alter Region Baden informiert.

Der Schwerpunkt der Herbsttagung 2018 des Regionalen Altersforums in Baden war dem Thema «Sucht im Alter» gewidmet. Mit einem einführenden Referat informierte Frau Sharon Katz, Sozialarbeiterin bei BZB Plus Baden, über die Suchtberatung und Formen von Abhängigkeiten. So wird unterschieden zwischen stoffgebundenen Abhängigkeiten wie z.B. Alkoholsucht, Medikamentensucht oder Drogensucht und stoffungebundenen Abhängigkeiten wie Spielsucht, Kaufsucht, Sportsucht oder Arbeitssucht. Bei Personen über 65 Jahren wird eine starke Zunahme der Suchtproblematik bei Alkohol und Medikamenten beobachtet, auch in Alters- und Pflegeinstitutionen.

Im Alter wird die Wirkung von Alkohol durch die körperliche Veränderung verstärkt. Die Alkoholkonzentration nimmt zu, da der Wasseranteil im Körper mit steigendem Alter sinkt. Der Alkohol bleibt länger im Körper, da ihn die Leber weniger schnell abbauen kann. Die Nerven im Gehirn werden sensibler gegenüber Alkohol, daher besteht eine erhöhte Schädigung des zentralen Nervensystems. Alkoholismus führt zu sozialer Isolation, Depression, innerer Unruhe, kognitiven Einbussen, Ängsten und Phobien.

Alkohol verstärkt die Medikamente

Die unkontrollierte Einnahme verschiedener Medikamente ist bei älteren Menschen ein Problem und führt oft zu Medikamentenmissbrauch. Medikamente mit Suchtpotential sind Beruhigungs-, Schlaf- und Schmerzmittel, Antidepressiva und Neuroleptika. Mit Alkohol wird die Wirkung eines Medikaments massiv verstärkt. Die Folge sind Orientierungslosigkeit und Unfallgefahr.

Das Netzwerk ist der Schlüssel

Anschliessend an das Referat diskutierten Herr Dr. Andreas Ruepp, Arzt, Herr Roland Wyss, Apotheker, Frau Nadja Imfeld, Spitex Baden/Ennetbaden, Frau Sharon Katz, BZB Plus, und Herr Roland Guntern, Fachstelle Alter Region Baden, über die Problematik «Sucht im Alter» und beantworteten Fragen der Forumsteilnehmer. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass es bei einem Suchtproblem vor allem eine gute Beziehung zu den betroffenen Personen braucht. Nötig ist auch eine übersichtliche Information über die verschiedenen Angebote und entsprechende Schulungen. Die Zusammenarbeit, der Austausch sowie eine gute Vernetzung zwischen Organisationen und Institutionen müssen gefördert werden.

Die informative Tagung ermöglichte eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik «Sucht im Alter» und hat Anstösse für weitere Entwicklungen geliefert.

Seit 1995 organisiert die Fachstelle Alter Region Baden das Regionale Altersforum als Austausch- und Vernetzungsplattform für die angeschlossenen Gemeinden Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Bergdietikon, Killwangen und den in der Altersarbeit tätigen Non-Profit-Organisationen und Institutionen. Das Regionale Altersforum fördert die Zusammenarbeit und informiert über Trends und Entwicklungen in der Altersarbeit, nimmt aktuelle Themen auf und bearbeitet bei Bedarf neue Projekte. Das Regionale Altersforum findet halbjährlich statt.

Bild: Adobe Stock



Bericht: Seniorinnen und Senioren

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