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26. Juni 2015

Bergdietikon orientiert über Land «Rai»

Seit Jahrzehnten ist das Land «Rai» ein oft diskutiertes Thema in Bergdietikon. Es erstaunt deshalb wenig, dass der Gemeinderat gestern Abend zu einem Orientierungsanlass zur Umwandlung des Gebiets von einer Spezial- in eine Wohnzone einlud – um darüber zu informieren und Fragen aus der Bevölkerung vor der Gemeindeversammlung am Montag klären zu können. An dieser Versammlung entscheiden die Bergdietiker über diese Umwandlung – bei einem Ja könnten sie den Weg für eine Bebauung des Hanggebiets ebnen.

Am Infoanlass mit rund 20 Besuchern ging Gemeindeammann Gerhart Isler erst die anderen Traktanden der Gemeindeversammlung durch. Zum Traktandum Land «Rai» sagte er schliesslich: «Die meisten wissen besser und länger Bescheid darüber als ich.» Nach einem kurzen Abriss des langen Planungsprozesses sagte Isler, worüber an der Gemeindeversammlung entschieden werde – und worüber nicht: «Es geht am Montag nicht darum, welche Gebäude dereinst dort gebaut werden.» Die Bergdietiker würden bloss über die Zonenplanänderung befinden. Der Gemeinderat empfehle diese zur Annahme, auch im Hinblick auf ein – geregeltes – Wachstum der Gemeinde.

Zusätzlich zur Überführung in eine Wohnzone sollen am Montag spezielle Bauzonen ausgeschieden werden, um eine Überbauung mit der Topografie abzustimmen. Mit der Umzonung muss auch die kommunale Bau- und Nutzungsordnung angepasst werden. In dieser fehlen heute konkrete Bestimmungen zu Nutzungsarten und -massen, zu Gebäudehöhen- und abständen. Mit Blick auf diese Konkretisierungen kritisierte ein Bürger am Infoabend die teils komplizierten Formulierungen. Es müsse klar geregelt sein, wie hoch gebaut werden dürfe. Ein anderer stellte die Bebaubarkeit des Hanges infrage. Er befürchte, dieser könne abrutschen.
Der Gemeinderat versuchte, die Bedenken auszuräumen. «Es wird erst geprüft, ob der Hang hält.»

Die Geschichte um das Land «Rai» geht bis in die 1980er-Jahre zurück. Damals kaufte die Gemeinde rund die Hälfte davon. Weil der Hang für eine Bebauung kostspielig entwässert werden muss, scheiterten frühere Versuche, das Land zu verkaufen. Erst als Bergdietikon den Preis auf knapp vier Millionen senkte, kaufte die Implenia AG 2011 das Land.

Limmattaler Zeitung vom 26. Juni 2015 (HAE)

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