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2. Oktober 2017

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Das Wiesental ist wohnlich geworden

Weit über 100 Jahre prägte die Textilfabrik Froehlich das Industriegebiet im Wiesental in Bergdietikon. Gut 13 Jahre nachdem der Name Froehlich mit dem Konkurs der Froehlich Immobilien AG aus dem Gebiet verschwunden ist, hat sich das Wiesental zum Wohnquartier gewandelt, in dem das Gewerbe nicht mehr die Hauptrolle spielt. Mitten im Grünen und direkt an der Reppisch wähnt man sich fast auf einem Dorfplatz, wenn man auf dem Kopfsteinpflaster zwischen den Gebäuden der ehemaligen Fabrikantenvilla spaziert, wo heute ein Gesundheitszentrum und die Kunstgalerie Bachlechner zu Hause sind. Die vielfältigen Skulpturen, die rund um die Galerie im Freien verteilt sind, verleihen dem Ort einen besonderen Charme.

Erst kürzlich wurde das ehemalige Fabrikgebäude direkt neben der Villa fertig zum Wohnhaus umgebaut. Mit den letzten Arbeitern ist auch der Baulärm, seit Jahren ein fester Begleiter, aus dem Gebiet verschwunden. Die neuen Apartments an der Wiesentalstrasse sind beliebt: «Die Vermietung ist sehr gut gelaufen, von den 17 Wohnungen sind nur noch zwei frei», sagt Natascha Fischer von der zuständigen Steiner-Rumi Immobilien Management AG auf Anfrage. Der Grossteil der Bewohner ist im September eingezogen. In der direkt anschliessenden Liegenschaft mit 19 Apartments, die Anfang 2016 bezugsbereit waren, sind freie Wohnungen Fehlanzeige.

Ähnlich sieht es neben dem Areal der Textilfabrik aus, wo auf zehn Häuser verteilt insgesamt 20 neue Zweizimmerwohnungen entstanden sind. «Die bisherigen Mieter sind zufrieden», sagt Laura Attenhofer von der AS & T AG Attenhofer Treuhand, die für die Vermietung zuständig ist. Die seit Frühjahr 2016 gestaffelt fertiggestellten Wohnungen sind mittlerweile alle vergeben.

Endlich Ruhe

Freude über die neuen Anwohner und die zurückgekehrte Ruhe hat auch Enzo Ferrara, Betreiber der Trattoria al Ponticello. Seit September 2011 ist er im Wiesental ansässig. Erstmals seit Jahren hat er keine Baustelle mehr unmittelbar vor seinem Lokal. «Es war eine schwierige Zeit. Der ganze Lärm und Staub hat mein Geschäft eingeschränkt», sagt der Gastronom. Da war es nur ein kleiner Trost, dass immerhin einige Bauarbeiter regelmässig zum Mittagessen bei ihm vorbeigekommen sind.

Ferrara hat den Wandel vom Industrie- zum Wohnquartier in den letzten Jahren hautnah miterlebt. Dementsprechend setzt er vermehrt auf den Abend und hat neu auch Take-away-Angebote im Programm für den gemütlichen Verzehr zu Hause nach einem langen Arbeitstag. Dass es jetzt vor seiner Tür «schön und einladend» aussieht, will Ferrara feiern. Deshalb lädt er am Samstag, 30. September vom späten Morgen bis zum Nachmittag zu einem Apéro in seinem Lokal ein.

Froehlich lebt weiter

Auch wenn die Firma Froehlich aus dem Wiesental verschwunden ist, lebt die Geschichte der ehemaligen Textilfabrik vielerorts weiter. Etwa in der Bausubstanz: Bei einem der beiden Fabrikgebäude wurden die Aussenwände komplett stehengelassen, sagt Immobilien-Bewirtschafterin Fischer. Auch die ehrwürdige Fabrikantenvilla erinnert an alte Zeiten. Und im heutigen Restaurant war früher der «Suppentopf» untergebracht, die Kantine für die Mitarbeiter der Fabrik.

Vor genau 149 Jahren erwarb Franz Reinhard Froehlich das Grundstück an der Reppisch und errichtete eine Baumwollreisserei, in der die aus den USA importierten, gepressten Baumwollballen zur Weiterverarbeitung wieder ihr ursprüngliches Volumen erhielten. Entscheidend für den Standort war der stetige Wasserfluss für den Antrieb der Maschinen, schreibt Patrick Zehnder in der Bergdietiker Dorfchronik. Ab 1883 richteten seine Nachfolger als «Gebrüder Froehlich»eine Spinnerei und Zwirnerei für Stickgarn ein. Das Garn wurde vorwiegend zu Pullovern und Socken verarbeitet. Die Fabrik erlebte über die Jahre konjunkturbedingt viele Höhe- und Tiefpunkte.
Um 1950 erreichte die Belegschaft mit über 70 Arbeitenden ihre maximale Grösse. Doch in den Jahrzehnten danach veränderten sich die Lebensgewohnheiten. Zentralheizungen und beheizte Autos verdrängten zunehmend die warmen Wollprodukte. Zudem setzte der Zusammenbruch der Sowjetunion mit der darauf folgenden Öffnung der Grenze für Handelsgüter die Textilfabrik stark unter Druck. 1994 wurde die Wollproduktion verkauft und die Fabrik als Informationszentrum für Sicherheit, Wärme und Energie weiterbetrieben. 2004 erfolgte das endgültige Aus. Doch die «Froehlich Wolle» lebt bis heute weiter und wird immer noch von der Firma Sommer bei Langenthal produziert. Und beim ehemaligen Fabrikgebäude erinnern grosse Wandfotos an den Boom der Limmattaler Textilindustrie.

Die Entwicklung zum Wohnquartier

Nach dem Aus der Firma Froehlich im Jahr 2004 übernahm die Steiner-Rumi Immobilien die Gebäude der ehemaligen Fabrik. 2006 beschloss die Bergdietiker Gemeindeversammlung die Umzonung des Gebiets von einer Industriezone in eine gemischte Wohn- und Gewerbezone. Auch 2006 eröffnete das «Gesundheitszentrum im Wiesenthalpark». 2007 beschloss die Gemeindeversammlung den Anschluss des Gebiets an die öffentliche Wasserversorgung. Zuvor war das Wasser privat bezogen worden. Im August 2008 zügelte Hanns Bachlechner dann seine Kunstgalerie von Weiningen ins Wiesental. Auch der nach mehreren Überschwemmungen bis 2009 stark verbesserte Hochwasserschutz trug zur Attraktivität des Areals bei. Zudem liess die Gemeinde in den letzten Jahren die Wiesentalstrasse ausbauen und die Wasserleitungen ersetzen, damit alles bereit war für das neue Wohnquartier.

Limmattaler Zeitung vom 27. September 2017 (Florian Schmitz)

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