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26. Mai 2011

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Eine Dame kommt ins beste Alter: 50 Jahre reformierte Kirche Bergdietikon

Alles begann mit einem Stein. Wer am Samstagabend, 14. Mai, die Kirche zum ökumenischen Abendgottesdienst betrat, bekam einen kalten, schweren Stein in die Hand gedrückt. Steine, die Grundlage allen Bauens, bildeten das Thema dieses Gottesdienstes, welcher genau an dem Datum stattfand, an welchem die Kirche vor 50 Jahren feierlich eingeweiht wurde. Dass dieser Gottesdienst ökumenisch gefeiert wurde, setzte bereits ein deutliches Signal. Unsere Bergdietiker Kirche wird nämlich seit 45 Jahren von beiden Konfessionen als Gottesdienstort genutzt.

Während sich die kalten Steine in den Händen der Gemeindeglieder langsam erwärmten, sorgten der Gospelchor und eine vierköpfige Band dafür, dass es einem auch ums Herz so richtig warm wurde. Spätestens beim finalen «Oh when the saints» wippte und klatschte jeder und jede mit.

Am Mittwoch, 18. Mai, sah unsere Kirche etwas anders aus als gewohnt: Lange, festlich gedeckte Tischreihen luden zum Mittagessen. Bei Spaghetti mit verschiedenen Saucen kamen sich Jung und Alt schnell näher, und unsere Kirche konnte ihrer gemeinschaftsstiftenden Funktion für einmal auf eine etwas andere Art nachkommen. Nach dem Essen brachte uns Hermann Dunkel in einem mit vielen Bildern und witzigen Anekdoten garnierten Vortrag die Geschichte unserer Kirche etwas näher. Für die Kinder wurde parallel dazu im gelben Schulhaus das Puppentheater «Die Kinderbrücke» aufgeführt. Nach Vortrag und Theater wartete auf Jung und Alt ein kleines Zvieri.

Am Donnerstagabend hatten wir hohen und zugleich etwas kriminellen Besuch in unserer Kirche. Ulrich Knellwolf, Autor und Pfarrer, verwöhnte uns mit Kurzgeschichten, die mal lustiger, mal besinnlicher und eben auch mal krimineller Natur waren. Da traf ein Mörder wider Willen auf zwei alte Herren im Altersheim, welche gewisse Ähnlichkeiten mit biblischen Figuren hatten. Ein junger Theologiestudent berichtete von seinen Streitgesprächen mit Mitgliedern der kommunistischen Partei, während ein junger Tambour im Russlandfeldzug Napoleons dem Tod ins Auge sah. Und sogar Gott selbst ermittelte mit Hut und Trenchcoat die Ursachen der Verderbtheit des Menschengeschlechts. Knellwolf las nicht nur vor, sondern führte uns zwischen den Geschichten in sein theologisches Verständnis von Erzählungen ein. Eine Besucherin meinte am Ende, man hätte ihm noch lange zuhören können.

Der Festgottesdienst war der Höhepunkt
Ein musikalischer Festgottesdienst am 22. Mai bildete den Höhepunkt und Abschluss unserer Festwoche.
Das «Gloria in D-Dur» von Antonio Vivaldi, gesungen vom erweiterten Kirchenchor und der Solistin Katharina Bader, bildete den musikalischen Rahmen für die Feier. Kirchenratspräsidentin Pfrin Claudia Bandixen, die «höchste Reformierte» unseres Kantons, machte in ihrer Festpredigt der Kirchgemeinde Mut, zu ihren Talenten und Gaben zu stehen. Die Reformierten haben die Tendenz, sich selbst und ihre Leistungen klein zu reden, so Bandixen. Dies habe jedoch fatale Folgen: Wer sich selber klein macht, wird in der Gesellschaft kaum mehr wahrgenommen. So geht es vielen reformierten Kirchgemeinden, welche trotz grossartigen Leistungen fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Bandixen machte der Kirchgemeinde Mut, Stolz auf ihr Angebot zu sein und dieses auch sichtbar zu machen. So können die Menschen erkennen, was die Kirche heute alles zu bieten hat.
Mit dem gewaltigen Schlusschor «Cum sancto spiritu» («mit dem Heiligen Geist») wurden die tatsächlich begeisterten Gottesdienstbesucher zur frohen Begegnung bei einem feinen Apéro aus dem Gottesdienst verabschiedet.

An dieser Stelle sei allen ganz herzlich gedankt, welche in irgendeiner Weise mitgeholfen haben, diese Festwoche auf die Beine zu stellen. Ohne die vielen helfenden Hände wäre dieses Fest nie zustande gekommen.

Emanuel Memminger, Pfr.

Lesen Sie dazu auch den Bericht aus der Limmattaler Zeitung!


Weitere Bilder finden Sie im grossen Album.

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