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19. Oktober 2020

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Auch mit Masken bleibt die Feuerwehr einsatzbereit

Nebelschwaden sind am Freitagabend durch das Wohnquartier im Föhret in Bergdietikon gezogen. Diese waren aber keine Anzeichen des aufziehenden Herbstes, sondern der übenden Feuerwehr. Angesichts der steil ansteigenden Corona-Fallzahlen waren für einmal keine Zuschauer an der Übung erlaubt. Alle Anwesenden mussten eine Maske tragen.

Das Szenario der Übung: Ein Auto in der Tiefgarage eines Wohnblocks ist in Brand geraten. Das Feuer breitet sich rasch auf weitere Fahrzeuge aus. Die gesamte Tiefgarage füllt sich mit Rauch. Und es besteht die Gefahr, dass die Flammen in die darüber befindlichen Gebäude übergreifen. Zudem gilt es auch, an verschiedenen Orten mehrere Personen zu retten.

Als Erstes kamen die Fahrer der Feuerwehr mit Blaulicht angefahren. Danach versuchten die Feuerwehrleute, sich rasch ein Bild von der Lage zu machen. Dabei setze die Feuerwehr, soweit dies möglich ist, auf die Kooperation mit Anwohnern, sagt Kommandant Stefan Brandenburger. «Die Anwohner wissen am besten, wer in Räumen eingeschlossen ist und wie das Gebäude von innen aussieht.»

Schnell stellte sich bei der Übung heraus, dass sich der Rauch von der Tiefgarage in eine Wohnung ausgebreitet hatte. Eine Anwohnerin musste deswegen auf den Balkon flüchten. Sie konnte aber über eine Leiter gerettet werden. Um eine weitere Verbreitung des Rauches zu verhindern, wurden Lüfter aufgestellt. Das Treppenhaus stellte sich dabei als Schlüsselstelle heraus: «Es hatte sich mit Rauch gefüllt, dies hat die Rettung anfänglich stark erschwert», sagt Brandenburger.

Es muss trotz Coronavirus weiterhin geübt werden

Am Sammelplatz wurde derweil eine Skizze des Einsatzortes erstellt, um eine Übersicht des Schadensplatzes zu erhalten und die weiteren Schritte koordinieren zu können. Nachdem eine in der Tiefgarage eingesperrte Person gerettet und der Rauch genug zurückgedrängt war, begannen die Löscharbeiten an den in Brand geratenen Autos. Gleichzeitig meldete eine Anwohnerin, dass eine Mutter mit ihrem Kind in einer mit Rauch gefüllten Waschküche im Keller gefangen sei. Diese wurden von den Einsatzkräften mit Rettungshauben gerettet, um sie vor dem Rauch zu schützen.

Übungsleiter Florian Brändli zeigte sich zufrieden damit, wie die Feuerwehrleute mit der Situation umgegangen waren: «Die Kommunikation lief sehr gut, auch wenn die Situation anfänglich unübersichtlich war und verschiedene Personen gerettet werden mussten.» Auch Gemeindeammann Ralf Dörig (FDP) lobte die Übung. «Eine Übung unter diesen speziellen Umständen ist wichtig, denn auch im Ernstfall muss auf die Masken geachtet werden.»

Die Übung vom Freitag war laut Kommandant Brandenburger bereits die 38. dieses Jahr. «Wir mussten wegen des Coronavirus nur fünf Übungen absagen. Diese holen wir aber jetzt nach.» Zudem haben einige Feuerwehrleute ihre Mindeststunden mit dem Tragen des Atemschutzgerätes noch nicht erreicht. Dies würden sie aber auch nachholen. Die gewünschten 80 Prozent Präsenz an den Übungen habe die Feuerwehr trotz Virus übertroffen: «Ich finde es grossartig, dass wir diese Präsenzzahlen locker erreichen konnten, ich bin richtig zufrieden mit der Truppe.»

Eine Absage der Übung ist laut Brandenburger nie zur Debatte gestanden: «Wir müssen einsatzbereit sein. Diesen Auftrag haben wir von der Aargauischen Gebäudeversicherung und dem Gemeinderat. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, müssen wir regelmässig üben.»

Limmattaler Zeitung vom 19. Oktober 2020 (Fabio Müller)

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