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16. Juli 2021

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Sie hilft Stressgeplagten

Eine blaue Liege, ein Hocker, ein paar Rollen und eine Pflanze machen die Einrichtung aus: Ihr Arbeitszimmer an der in Bergdietikon bezeichnet Sarah Washington als «klein und fein» – eine Umschreibung, die auch auf die Feldenkrais-Methode zutreffe, sagt die 47-jährige Feldenkrais-Pädagogin. Sie hilft, Stressgeplagten, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Verkrampfungen längerfristig zu beseitigen.

Während der jeweils einstündigen Termine wird nur wenig bis gar nichts gesprochen. Die Aufmerksamkeit gilt dem eigenen Körper, während die Feldenkrais-Pädagogin die Gliedmassen ihrer Kunden auf fast meditative Weise behutsam beugt, hebt, streckt und drückt. Washington erklärt:  Damit erfährt man wieder, wie sich Entspannung körperlich anfühlt. Und man lernt, das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung selber zu regulieren.

Früher hatte sie selbst mit akutem Stress zu kämpfen

Die Feldenkrais-Methode geht auf den israelischen Wissenschafter und Kampfsportler Moshé Feldenkrais zurück. Er studierte die Zusammenhänge zwischen Bewegung, Wahrnehmung, Denken und Fühlen. Daraus entwickelte er eine Methode, die auf der natürlichen Lernfähigkeit des menschlichen Nervensystems basiert. Erstmals von diesem Ansatz gehört habe sie im Schulsport durch ihre Tanzlehrerin, die Feldenkrais praktiziert habe, erzählt Washington. Doch zum Beruf machte sie ihre Leidenschaft erst, als sie aufgrund anhaltenden beruflichen Drucks selbst mit akuten Stresssymptomen zu kämpfen hatte. «Mein Leben hat sich von da an stark verändert», sagt Washington. «Ich habe gemerkt, dass ich mit dem Stress anders umgehen muss.» Die gelernte Betriebswirtin machte daraufhin eine Basisausbildung zur Naturheilpraktikerin. Daran hängte sie eine vierjährige Ausbildung in Berlin zur Feldenkrais-Pädagogin. Das erlernte Handwerk zahlte sich aus, wie Washington ausführt: «Feldenkrais hat mich einen besseren Umgang mit mir gelehrt.» Dies ist meine persönliche Erfolgsgeschichte. Deshalb bin ich auch so überzeugt davon. 

Als sie später für ein Grossunternehmen in der globalen betrieblichen Gesundheitsförderung tätig war, verlor sie anlässlich einer Umstrukturierung ihren Job. Für Washington war das ein entscheidender Moment: «Ich sagte mir: Jetzt oder nie, ich mache mich selbstständig.»

Nun gründet die 47-Jährige selber ein Unternehmen für betriebliche Gesundheitsförderung. In Kürze soll ihr Business starten. Unternehmen können bei ihr massgeschneiderte Module für Einzel- oder Gruppenstunden buchen. Diese zielen auf die Stärkung des Nervensystems ab sowie die Verbesserung der Körperhaltung vor dem Bildschirm. Die Module können online und vor Ort durchgeführt werden.

Dafür rührt Washington kräftig die Werbetrommel, denn in der Schweiz sei die Feldenkrais-Methode noch wenig bekannt. «Mein Ziel ist es, diese als wirksamen Bestandteil der Gesundheitsförderung in die Unternehmen zu bringen.»

Limmattaler Zeitung vom 15. Juli 2021 (Text: Sven Hoti, Bild: Sandra Ardizzone)

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