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20. September 2019

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Das junge Sprungtalent aus Bergdietikon

Nach den Sommerferien hat für Lorina, heute 9-jährig, ein neuer Abschnitt begonnen: Die Trainingsintensität wurde deutlich gesteigert. Ab sofort wird sie während sechs Tagen in der Woche jeden Nachmittag in Niederlenz vier bis viereinhalb Stunden ihrer Passion nachgehen. Voller Erwartung und natürlich mit der Hoffnung, schnell den definitiven Sprung ins Kader vollziehen zu können.

Lorina hat mit vier Jahren im Kutu Urdorf (Kunstturnen im Turnverein Urdorf) das Training zur Kunstturnerinnen aufgenommen, sicher motiviert durch ihren Papa, der selber einmal Kunstturner war und heute die Kunstturnerriege Männer in Dietikon leitet. Bezeichnend, dass auch ihre kleine Schwester inzwischen mit dem Training begonnen hat. Beide Mädchen haben sich aus eigenen Stücken fürs Kunstturnen entschieden.

In der Talentschmiede

Im regionalen Leistungszentrum der Kunstturner in Niederlenz trainieren rund 110 Kunstturnerinnen und Kunstturner. Nur die Talentiertesten schaffen die Aufnahme ins Leistungszentrum, die Selektion im Spitzensport ist sehr straff. Aber einmal aufgenommen, sind ihre Chancen, es einmal an die Spitze zu schaffen, sehr gut. Das Turnzentrum des Aargauer Turnverbandes in Niederlenz ist eine erfolgreiche Talentschmiede. Leistungsträger wie Lucas Fischer und Jessica Diacci sowie Oliver Hegi und Leonie Meier haben ihre Karriere in Niederlenz gestartet. (Übriges stammt ein Drittel der Schweizer Spitzenturner aus dem Kanton Aargau!)

Für die Familie ist die Umstellung auf mehr Trainingseinheiten pro Woche im täglichen Ablauf nicht ganz so gross und dank gutem Familienmanagement machbar. Damit dies aber überhaupt möglich war, brauchte Lorina vorerst eine Schuldispens für den Nachmittag. Es galt neben vielem anderem, Fahrgemeinschaften zu organisieren, und die jüngere Schwester Melina musste auch irgendwie ins Programm integriert werden.

Wenn man mit Lorina persönlich spricht, so spürt man die Freude und den Willen, etwas zu erreichen. Ihre Lieblingsdisziplin ist der Sprung, und der Schwebebalken gehört eher zu den unbeliebteren, obwohl sie während des ganzen letzten Jahres eigentlich nie vom Balken gefallen ist.

Die Freude macht die Ausdauer

So ein tägliches Training beinhaltet nebst dem Einturnen auch Kraftübungen mit kleinen Gewichtsmanschetten (500 g). Erst danach folgen die eigentlichen Übungen an den Geräten. Heute darf auch Ballett bei der Ausbildung nicht fehlen. Harmonische und elegante Bewegungen gehören genauso wie die Kraft zu den bestimmenden Elementen im Kunstturnen. Das Training wird dann zum Schluss nochmals mit Kraftübungen abgeschlossen. Um ein solches Programm Tag für Tag zu absolvieren, braucht es vor allem Freude und Ausdauer am Sport, aber auch ein Stab von Trainern und Betreuern, die dafür sorgen, dass das Training den spielerischen Effekt nie verliert. Mit Jennifer Senn hat Lorina eine hervorragende Trainerin, die viel zum Erfolg beiträgt. Um sich aber nach vorne zu bewegen, gilt es, Wettkämpfe zu bestreiten. Diese finden in der Regel zwischen März und Juni statt.

DIe Qualifikation für die Schweizerische Jugendmeisterschaft (SMJ) besteht aus mindestens zwei Wettkämpfen (davon maximal einer innerkantonal und mindestens einer ausserkantonal). Die Summe der beiden besten Resultate wird in einer schweizerischen Qualifikationsliste geführt. Die besten 48 werden für diese SMJ aufgeboten. Lorina qualifizierte sich als Zwölfte von über 230 Mädchen. Sie beendete den Wettkampf in Neuchâtel auf dem 18. Platz und qualifizierte sich damit in den Top 24 für das Eidgenössische Turnfest in Aarau, wo sie den tollen 13. Platz belegte.

«Lorina, die Erhöhung deiner Trainingseinheiten ist ein wichtiger Schritt auf deinem Weg an die nationale Spitze. Geh deinen Weg beharrlich weiter und fokussiere dich auf das, was dir so viel Freude bereitet: das Turnen. Ich wünsche dir und der ganzen Familie von Herzen weiterhin alles erdenklich Gute in Sport und Schule. Mit der nötigen Ausdauer wird sich der Erfolg bestimmt einstellen, und wenn du einmal in der Nähe einen Wettkampf hast, bin ich gerne live dabei.»

Sepp Zellweger*

Ein steiniger Weg

Im Gespräch macht Lorina einen ruhigen, aber bestimmten Eindruck. Skifahren gehört zu ihren Hobbys und am Sonntag freut sie sich jeweils aufs Ausschlafen. Alle sind sich bewusst: Der Weg an die Spitze ist lang, steinig und wird immer «steiler». Solange die Freude vorhanden ist, ist es ihr zu gönnen, wenn es weitergeht. Lorina und die ganze Familie wollen aber bewusst in Etappen von einem halben Jahr denken. Auf diesem Weg ist vieles möglich: der totale Erfolg, aber auch die Enttäuschung, bis hin zu Verletzungen, die passieren können, und anderes.

Wir wünschen Lorina, dass in Zukunft alles so läuft, wie sie und ihre Familie sich das vorgestellt haben. Für mich eine sympathische Familie: eine tolle Jungsportlerin, die nicht nur sehr bescheiden wirkt, sondern es wirklich auch ist. Wir bleiben am Ball, und wenn Lorina dann den Sprung ins Kader schafft, so werden wir sie anlässlich eines Wettkampfs besuchen.

Für alle, die sich nicht so ganz im Kunstturnen auskennen, wollen wir nachfolgend die Disziplinen aufzeigen, die zum Kunstturnwettbewerb der Frauen gehören:

Sprung

Der Sprung wird von den Männern und den Frauen geturnt. Für den Sprung wird die Federkraft eines Sprungbretts genutzt. Der Sprung wird mit Berührung des Sprungtisches geturnt. Vor oder nach der Berührung werden Rotationen um die verschiedenen Körperachsen gemacht.

Stufenbarren

Der Stufenbarren ist ein Wettkampfgerät, das nur von den Frauen geturnt wird. Auf den ersten Blick sieht der Stufenbarren wie zwei hintereinander aufgestellte Recks aus. Der höhere Holm ist 2,28 m ab Matte, der tiefere Holm 1,48 m. Die Höhe ab Matte kann um 3 cm variieren. Der horizontale Abstand zwischen den Holmen kann frei eingestellt werden. Bei den Turnerinnen der Programme eins wird der tiefere Holm abmontiert. Sie turnen somit an einem reckähnlichen Gerät.

Balken

Der Balken wird von den Frauen geturnt. Er ist 5 m lang, aber nur 10 cm breit und stellt somit ausserordentliche Anforderungen an das Gleichgewicht. Die Oberkante befindet sich 1,20 m über dem Boden.

Boden

Am Boden wird von den Frauen und den Männern geturnt. Den Turnerinnen und Turnern steht ein gefederter Wettkampfboden von 12 mal 12 Metern für ihre Übung zur Verfügung. Die Frauen turnen ihre Übung zu Musik. Die akrobatischen Elemente wie Überschläge und Salto werden vorwärts und/oder rückwärts geturnt und mit Drehungen um die eigene Achse (Schrauben) erschwert.

Redaktion
Werni Weibel


* Sepp Zellweger, wohnhaft seit zwölf Jahren in Bergdietikon, gehörte zu den ganz Grossen im Kunstturnen der Schweiz. Nebst 24 Schweizermeister-Titeln errang er die Bronzemedaille an den Ringen anlässlich der Europameisterschaften in Varna sowie die Goldmedaille im Bodenturnen am Europacup in Barcelona. Zu Zeiten des «Eisernen Vorhangs» wurde Sepp mehrmals zum besten Turner der westlichen Welt gekürt und stand an Europa- und Weltmeisterschaften sowie an Olympischen Spielen rund ein Dutzend Mal im Finale.

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