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26. September 2019

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Vom dunklen Himmel profitieren alle

Für viele mag es eine Kindheitserinnerung sein, bei anderen gehen die Gedanken zurück auf Ferientage in der Natur, entfernt von Grossstädten und Ballungszentren. In unserer Gemeinde ist es eher schwierig, den wirklich dunklen Nachthimmel und seine Faszination zu erleben. Der Grund hierfür ist die Lichtverschmutzung durch Strassenbeleuchtung, Beleuchtung von Industrieanlagen, Geschäften oder auch Leuchtreklame, die sich in den letzten dreissig Jahren verdoppelt hat. In jüngster Zeit kamen zudem mitunter intensive Leuchtsysteme in Privatgärten hinzu, die sogar via App gesteuert werden und oft auch dann leuchten, wenn niemand zuhause ist.

Fragiler Rhythmus

Dies hat massive Auswirkungen sowohl auf die Tier- und Pflanzenwelt als auch auf den Menschen. Auf unserem Planeten hat sich alles Leben an den Rhythmus von Tag und Nacht angepasst. Auch wenn der Mensch als einzige Spezies in der Lage ist, sich von diesen Rhythmen zu entkoppeln, tut uns das nicht immer gut. Denn wirklich effizient laufen diese Prozesse nur zur richtigen Zeit. Wir sind von der evolutionären Entwicklung her tagaktive Primaten und brauchen die Nacht für regenerative Prozesse. Wenn wir uns nicht daran halten, werden wir verletzlicher, was Studien zur Krankheitsanfälligkeit von Schichtarbeitern belegen.

Im Gegensatz zum Menschen gibt es sehr viele Tiere, die die Nacht zum Tag machen. So sind beispielsweise 95 Prozent der 3668 in der Schweiz bekannten Schmetterlingsarten nachtaktiv. Sie orientieren sich über Gerüche mithilfe ihrer hochempfindlichen Antennen. Zugvögel orientieren sich auf ihrem Migrationsflug an den Sternen. Und am Wasser schlüpfen nachts aus Insektenlarven beispielsweise Eintags- und Köcherfliegen.

In die Irre geführt

Das Kunstlicht strahlt in einem Spektrum, das Nachtfalter über Distanzen von bis zu 250 Metern anzieht. Sie finden jedoch keine Blüten vor und erschöpfen sich mit endlosem Umkreisen der Laternen. Jeden Sommer verenden so pro Nacht schätzungsweise 150 Insekten an jeder Strassenlaterne. Diese Insekten können keine Nahrung mehr suchen, keine Pflanzen mehr bestäuben und legen keine Eier mehr. Die Weibchen des Glühwürmchens senden ihr visuelles Signal in einem lichtverschmutzten Umfeld umsonst: Die Männchen können sie nicht mehr sehen und sich so auch nicht mehr mit ihnen paaren.

Die Lichtverschmutzung ist somit ein weiteres Beispiel in einer langen Liste menschgemachter Probleme, welche die Biodiversität gefährden. Dabei gibt es einfache Mittel, diesen Trend umzukehren, die jeder individuell umsetzen kann. Versuchen wir es doch einmal:
  • Lampen mit präziser Lichtlenkung oder Abschirmung beleuchten nur, was beleuchtet werden soll. Abstrahlungen in den Himmel sind unerwünscht.
  • Mit einer Anpassung der Beleuchtungsstärke vermeiden Sie eine überdimensionierte Lichtstärke.
  • Eine Zeitschaltuhr schaltet die Beleuchtung zwischen 22 und 6 Uhr automatisch aus.
  • Setzen Sie Bewegungsmelder zurückhaltend ein. Achten Sie auf eine richtige Einstellung, damit das Licht nicht bei der kleinsten Bewegung (Wind) einschaltet.
  • Entfernen Sie Aussenleuchten, die keinem Sicherheitszweck dienen, oder verwenden Sie die kleinstmögliche Stärke des Leuchtmittels.
  • Gehen Sie mit Beleuchtungen Ihres Gartens höchst sparsam um. Denken Sie an die vielen Insekten und anderen Lebewesen, die sich dort aufhalten.

Gerne laden wir Sie bereits jetzt zu einem Vortrag zur Lichtverschmutzung mit Schwerpunkt auf Natur, Pflanzen und Tiere von Dark Sky Switzerland im Winter ein. Der genaue Termin wird über unsere Website www.naturschutzgruppe-bergdietikon.ch bekanntgegeben.

Dagmar Sörgel

Quellen: www.darksky.ch, Pro Natura Magazin 03/19 S. 4 ff.


Bericht: Naturschutzgruppe Bergdietikon

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