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Aktuelles: Bericht

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4. Dezember 2019

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Die Herrinnen der Läuse

Seit dem 1. Januar 2019 hat unser Team für Kopfläuse eine neue Leitung bekommen. Corinne Loiero und Annette Liebi sind seit dem 22. Oktober 2019 zertifizierte Kopflaus-Fachpersonen SGKF. Ein Grund, dem Team ein paar Fragen zu stellen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch als Kopflaus-Fachpersonen zertifizieren zu lassen?
Nun, Kopfläuse gab es immer schon an den Schulen und wird es vermutlich auch immer geben. In Bergdietikon gibt es schon seit Jahren die jährliche Kontrolle nach den Sommerferien. Je nachdem kam es auch mal zwischendurch vor, dass man «lausen» musste. Das Lausteam bestand seit jeher aus Müttern, die diese Kontrollen machten. Jede Leitung wurde von einer Fachperson geschult. Nachdem Annette Liebi und ich neu die Leitung übernommen hatten, stellten wir fest, dass sich in den vergangenen Jahren doch einiges geändert hatte. Neue Studien waren gemacht worden, die Mittel hatten gewechselt usw. Was sich jedoch in den ganzen Jahren sehr verändert hatte, war der Datenschutz. Damit dieser wirklich gewährleistet wird und wir uns an alle Auflagen halten, beschlossen wir, diese zweitägige Ausbildung zu absolvieren.

Was war für Sie die wichtigste Erkenntnis, die Sie aus der Schulung mitnehmen konnten?
Natürlich haben wir viel über die Laus gelernt. Die Laus ist im ausgewachsenen Stadium zwischen 3 und 4 mm gross, und je nachdem, wie lange eine Blutmahlzeit zurückliegt, ist sie durchsichtig grau oder rötlich-braun gefärbt. Sie hat einen kleinen Kopf mit zwei reduzierten Augen und zwei Fühlern, welche zum Riechen, Schmecken und zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit dienen. Mit ihrem Stech-Saugrüssel nimmt sie alle 2 bis 3 Stunden Blut auf. Durch ihre Beine, die mit klauenartigen Fortsätzen versehen sind, kann sie sich gut an den Haaren festhalten und fortbewegen. Kopfläuse sind flügellos und können nicht springen. Mit Hilfe ihrer Beine bewegen sie sich jedoch relativ schnell vorwärts – etwa 20 cm pro Minute. Sie legen fleissig Eier (im Volksmund Nissen) und befestigen diese am Haarschaft. Daraus schlüpfen dann die jungen Läuse, und so breitet sich ein Befall ziemlich rasch aus. Juckreiz kann bei einem Lausbefall auftreten, aber nicht jedes Kind mit Lausbefall hat auch Juckreiz. Lausbefall ist kein Grund zur Panik und kann mit den richtigen Massnahmen gut behandelt werden. Man muss sich dafür nicht schämen und sollte im eigenen Interesse das nahe Umfeld sofort darüber informieren und unverzüglich mit der Behandlung beginnen.

Ebenfalls erhielten wir wertvolle Unterstützung und Unterlagen zu der Vorbereitung, dem Ablauf und dem Abschluss einer Lausuntersuchung. Dies beinhaltet unter anderem die Zusammenarbeit mit der Schule. Alle freiwilligen Mitarbeiterinnen von unserem Team haben eine Schweigepflicht. Die Informationen werden nur innerhalb des Lausteams und mit der Schulleitung, betroffenen Eltern und Lehrpersonen ausgetauscht. Wir haben schon sämtliche Massnahmen ergriffen, welche den Datenschutz sichern. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Kinder untereinander schwatzen und einander ausfragen, wer nun Läuse hat oder nicht. Ein Vergleich kann hier sicher mit der Verbreitung einer viralen oder bakteriellen Infektion gemacht werden. Wenn ein Kind an Wilden Blattern oder einer Angina erkrankt, dann erfahren es die anderen Kinder auch, und die betroffenen Eltern machen andere Eltern darauf aufmerksam, falls das Kind mit anderen Kontakt hatte und sich anstecken könnte.

Was die Leser vielleicht als Erstes beschäftigt, ist die Frage, ob ein Lausbefall mit mangelnder Hygiene zu tun hat.
Nein, das ist eine der falschen Annahmen vieler Eltern. Das Gegenteil ist der Fall: Die Laus fühlt sich auf sauberem Haar sehr wohl. Ein Kopflausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, genauso wenig wie ein Mückenstich oder Zeckenbiss.

Aber wie kommt es denn überhaupt zu einem Lausbefall?
Läuse können nicht springen oder hüpfen. Sie krabbeln von Haar zu Haar, wenn ein enger Kopf-an-Kopf-Kontakt stattfindet. Dies kommt vor allem bei kleineren Kindern, im Kindergarten- und Unterstufenalter vor. Aber auch ältere Kinder stecken beim gemeinsamen Musikhören oder Gamen am Handy die Köpfe zusammen, und natürlich können auch Eltern betroffen sein von Kopfläusen. Betroffene Kinder sollen nicht ausgeschlossen oder gemieden werden!

Was muss denn getan werden, wenn ein Lausbefall festgestellt wird?
Wenn Sie bei Ihrem Kind einen Lausbefall festgestellt haben, melden Sie diesen bitte der Klassenlehrperson. Diese wiederum wird sich mit dem Lausteam in Verbindung setzten. Beginnen Sie mit der Behandlung mit einem Läusemittel, kontrollieren Sie alle Familienmitglieder (auch Tageskinder) und behandeln Sie diese bei Bedarf noch am selben Tag. Das Lausteam wird dann die betroffene Klasse kontrollieren und bei Bedarf die Eltern der betroffenen Kinder informieren, aber auch Hilfe anbieten, wenn dies gewünscht ist. Für die eigentliche Behandlung sind die Eltern verantwortlich! Wichtig ist auch eine regelmässige genaue Kontrolle Ihrer Kinder. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich jederzeit an das Lausteam wenden.

Als Sofortmassnahme sollten die Kinder in der betroffenen Klasse ihre langen Haaren zusammenbinden, Kopfbedeckungen nicht austauschen und wenn möglich einen Kopf-an-Kopf-Kontakt vermeiden. Je nach Ausmass des Befalls entscheidet das Lausteam über weitere Kontrollen auch in anderen Klassen.

Vielen Eltern ist das ja höchst unangenehm. Lausbefall wird oft noch als Mangel empfunden und ist etwas, worüber man nicht gerne spricht.
Genau diese Thematik haben wir ja in der Schulung ausführlich behandelt, und wir wurden auch entsprechend instruiert. Die Eltern haben nichts falsch gemacht, wenn ihr Kind einen Lausbefall hat. Es kann alle betreffen. Dies zu verschweigen, wäre allerdings ein Fehler und führt dazu, dass sich Läuse gut ausbreiten können und Kinder sich gegenseitig immer wieder neu anstecken.

Wir als Lausteam unterstehen der Schweigepflicht. Die Information eines Lausbefalls erfolgt an die Klassenlehrperson persönlich. Im Interesse einer schnellen Behandlung und Eindämmung des Lausbefalls erfolgt der Informationsaustausch in enger und ausschliesslicher Zusammenarbeit und Absprache mit der Schulleitung und weiteren Betreuern.

Wie verhält es sich denn mit der Ansteckungsgefahr? Muss ich die Betten desinfizieren?
Die Ansteckungsgefahr über Bettwäsche, Kleidung und Ähnliches ist aus wissenschaftlicher Sicht sehr unwahrscheinlich, und deshalb ist es nicht notwendig, diese zu waschen. Entscheidend ist das persönliche Empfinden für Sauberkeit. Konzentrieren Sie sich auf den betroffenen Kopf. Es ist viel effizienter, sich auf die Nissen- und Lausentfernung zu konzentrieren. Die Läuse, welche sich auf das Kopfkissen oder Sofa fallen lassen, sind sehr wahrscheinlich nicht mehr fortpflanzungsfähig. Eine gesunde, fortpflanzungsfähige Laus bleibt auf dem Kopf.

Was müssen die Eltern zur Behandlung beim Lausbefall wissen?
Bei einem Lausbefall informieren wir als Team mit persönlichen Gesprächen, Flyern und anderen Unterlagen über die korrekte Behandlung. Die richtige Anwendung mit einem Läusemittel liegt aber in der Verantwortung der Eltern. Apotheken und Drogerien sind gerne bereit, sie zu beraten. Ebenso das «Rauslesen» der Nissen und Eier am Haar von Hand oder mit einem Nissenkamm ist Aufgabe der Eltern. Dies benötigt Geduld und ein wenig Zeit, hier ist je nach Ausmass des Befalls eine tägliche Kontrolle nötig.

Und wie stellen Sie sicher, dass es nicht zu weiterem Befall kommt?
Ist ein Lausbefall in unserer Schule vorgekommen, gehen wir als Team zwei bis drei Wochen nach der ersten Behandlung für Nachkontrollen wieder in die Klassen. Auch hier sind wir auf die Mitarbeit, Aufmerksamkeit und Information der Eltern angewiesen. Kinder mit einem Lausbefall sollten auf einen Kopf-an-Kopf-Kontakt verzichten und unbedingt die Haare zusammenbinden. Eine hundertprozentige Garantie gibt es leider nicht.

Wann haben die Läuse eigentlich Hochkonjunktur?
Läuse fühlen sich vor allem in der wärmeren Jahreszeit wohl. Mit unserem heutigen Reiseverhalten und mobilen Lebensstil können sie sich aber durchaus auch in der kalten Jahreszeit ausbreiten, da wir auf unseren Köpfen eine ideale Temperatur für sie haben. Jeweils nach den Sommerferien und neu nach den Sportferien werden turnusmässig alle Klassen kontrolliert. Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns ganz herzlich bei unserem Team bedanken. Jede von uns arbeitet und hat selber Kinder, daher ist es nicht selbstverständlich, bei ausserordentlichen Kontrollen sofort ein Team zu haben. Ansonsten finden Kontrollen nur statt, wenn ein Lausbefall vermutet wird oder vorliegt.

Eine letzte Frage noch. Mich «tschuderet» es, wenn ich von Läusen spreche, und ich beginne intuitiv, in meinen Haaren zu kratzen. Was war denn Ihre Veranlassung, sich ausgerechnet für die Besetzung des Lausteams zu melden?
Das mit dem Jucken auf dem Kopf kennen wir! Schon allein wenn wir mit jemandem sprechen und erzählen, dass wir in die Schule lausen gehen, regt bei unserem Gegenüber ein Juckreiz, daran sind wir schon gewohnt.

Das Kopflaus-Thema ist sehr vielseitig. Es hat nicht nur mit der Kopflaus an sich zu tun, was wir sehr spannend finden. Mit unserer abgeschlossenen Ausbildung hoffen wir, durch die richtige Information und den richtigen Umgang mit dem Thema den negativen Touch loszuwerden, welcher der Kopflaus und dem Umgang mit der Kopflaus anhaftet. Läuse wird es immer geben, genau wie ein Schnupfen oder die Grippe.

Und übrigens: Bei Fragen dürfen Sie sich gerne melden bei Corinne Loiero, 044 741 58 78, oder Annette Liebi, 044 734 17 88,

Vielen Dank für dieses interessante Gespräch! Trotzdem hoffe ich natürlich auf eine möglichst «lausfreie Zeit» an der Schule Bergdietikon.

Redaktion Bergdietikon

Bild: Adobe Stock

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