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11. April 2020

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Zu viele Leute, zu wenig Abstand: Zivilschutz patrouilliert am See

Sei es der Marmoriweiher, die Allmend Glanzenberg oder der Skatepark Kirchhalde: Die Stadt Dietikon hat beliebte öffentliche Örtlichkeiten gesperrt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wer die Sperrung missachtet, kann von der Stadtpolizei mit einer Ordnungsbusse in der Höhe von 100 Franken bestraft werden. So weit will es der Bergdietiker Gemeinderat bei seinem liebsten Naturjuwel, dem Egelsee, vorerst nicht kommen lassen.

Er wählt darum bis auf weiteres einen anderen Weg: «Wir haben die Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal beauftragt, während des Wochenendes im Egelseegebiet zu patrouillieren und präventiv zu arbeiten», teilte der Bergdietiker Gemeindeschreiber Patrick Geissmann am Donnerstag mit. Die präventive Arbeit besteht insbesondere daraus, dass der Zivilschutz Flugblätter an die Naturbesucher verteilt, auf denen nochmals die wichtigsten Sicherheitsvorschriften des Bundesamts für Gesundheit (BAG) klar dargelegt werden. Das heisst: Genügend Abstand halten, Hände waschen, keine Hände schütteln, in ein Taschentuch oder die Armbeuge husten und niesen und vor allem zuhause bleiben. Zuhause bleiben ist das absolut beste Mittel gegen die Verbreitung des Coronavirus, schönes Wetter hin oder her.

Diese Vorschriften seien einzuhalten, damit von einer Sperrung des Egelsees abgesehen werden könne, heisst es auf dem Flugblatt, das der Zivilschutz nun seit Donnerstagmittag verteilt und das so etwas wie eine letzte Warnung und ein Appell an die Vernunft ist: «Der Gemeinderat Bergdietikon hat sich bewusst dafür ausgesprochen, das Egelsee-Schutzgebiet nicht zu sperren. Damit dies auch künftig so bleiben kann, sind wir jedoch auf Ihre Mithilfe, Ihre Solidarität und Ihr Verständnis angewiesen!»

Zur Coronagefahr kommt die Waldbrandgefahr hinzu

Des Weiteren macht der Gemeinderat auf dem Flugblatt klar, dass aufgrund der aktuellen Wetterlage auf offene Feuer im Wald zu verzichten ist. Schliesslich ist der letzte Regen schon eine ganze Weile her, der Wald ist trocken, die Waldbrandgefahr ist gross. Das zeigt auch ein aktuelles Beispiel aus dem Knonauer Amt: In Hedingen rückte am Dienstag die lokale Feuerwehr zusammen mit der Feuerwehr Unteramt und der Stützpunktfeuerwehr Affoltern am Albis zu einem Flächenbrand im Frohmoos aus. Im Wald gab es mehrere Glutnester auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern, wie der «Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern» am Donnerstag berichtete. Die Corona-Abstandsregeln hätten den Einsatz im teilweise sehr steilen Gelände zusätzlich erschwert, sagte Roger Hofstetter, Vizekommandant der Feuerwehr Affoltern, zum «Anzeiger».

So kurzfristig wie ein Feuerwehreinsatz ist der Einsatz des Zivilschutzes in Bergdietikon zwar nicht. Aber er ist durchaus schnell zustande gekommen. Gemeindeschreiber Geissmann sagt: «Der Kanton Aargau hat den Zivilschutzeinsatz am Mittwochnachmittag bewilligt.» Und seit Donnerstagmittag ist der Zivilschutz in Zweierpatrouillen unterwegs. Die Patrouillentätigkeit und die präventive Arbeit des Zivilschutzes sollen auch verhindern, «dass bei einer Sperrung des Egelsees an anderen Stellen im Wald Feuer entfacht und Abfall deponiert wird», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde weiter.

«Wenns nicht funktioniert, werden wir sperren»

Nach dem fünftägigen Zivilschutzeinsatz von Donnerstag bis Montag soll die Situation neu beurteilt werden. «Wenn es so funktioniert, werden wir nächste Woche am Wochenende gleich verfahren. Wenn es nicht funktioniert, werden wir das Gebiet sperren müssen», sagt Geissmann. Dass die mögliche Sperrung nun wie ein Damoklesschwert über dem Berg hängt, hat mit dem vergangenen Wochenende zu tun, als das Wetter auch sehr schön war. «Der Egelsee-Aufseher stellte fest, dass der See trotz der Aufforderung des Bundes, zuhause zu bleiben, ein sehr beliebtes Ausflugsziel war. Viele Ausflügler hielten zudem die Abstandsregeln nicht ein und waren sogar in grösseren Gruppen unterwegs – vor allem am Samstag», sagt Geissmann.

Hat es auch dieses Wochenende zu viele Sonnenanbeter am See, werden die Ausflüge dorthin verboten. Weniger ein Problem sind die Mondanbeter. Kaum dunkelt es ein am See, ist jeweils fast niemand mehr vor Ort und es ist einfach, alle Abstandsregeln einzuhalten.

Limmattaler Zeitung vom 11. April 2020 (David Egger; Bild: Werner Weibel)

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