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Aktuelles: Bericht

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27. April 2020

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Erfolgreich, gelassen und glücklich durch die Krise!

Die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie macht Angst. Da ist die Angst, sich anzustecken; die Angst, geliebte Menschen zu verlieren. Und für viele gesellt sich die Angst dazu, die finanzielle Lebensgrundlage und den Job zu verlieren. Der soziale Kollaps droht. Schlechte Nachrichten in der Tagespresse und Bilder von Särgen und überfüllten Notfallaufnahmen belasten unsere Psyche. Die Statistiken der Corona-Infizierten wird mit Spannung tagtäglich, wie die Aktienkurse, verfolgt und interpretiert. Doch die Krise hat auch positive Folgen: Menschen zeigen sich solidarisch und helfen anderen. Gerade jetzt ist es wichtig, miteinander unterwegs zu sein und einander zu unterstützen.

Ein Volk von «Virologen»

Bis vor wenigen Wochen wussten die Wenigsten, was Viren sind. Nun sind wir ein Volk von «Virologen», sogenannte Virenexperten. Was da alles in den Zeitungen und sozialen Netzen zu lesen ist – unglaublich! Gegenseitige Belehrungen und Beleidigungen bei unterschiedlichen Ansichten, obwohl epidemiologisch die Wenigsten überhaupt eine Ahnung haben – wie im Fussball sind alle Besserwisser! Wo die Wahrheit liegt oder ob alles richtig oder falsch gemacht wurde und ob die Pandemie wirklich richtig eingeschätzt wurde, werden wir erst in Jahren wissen. Die Coronakrise stellt unser gesamtes Leben auf dem Kopf. Einen Kopfstand, der gesellschaftspolitisch und wirtschaftlich für lange Zeit Spuren hinterlassen wird. Jede Krise bietet jedoch Gelegenheit zum Nachdenken über den bisherigen Weg.

Krisen sind Chancen zu Veränderungen – sozial, wirtschaftlich, wie auch politisch. Die Wunden, welche die Coronakrise hinterlässt, können wir nur gemeinsam schliessen und es wird Jahre, wenn nicht Generationen, dauern. Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen der letzten Wochen und Jahre sollen analysiert und korrigiert werden, um leichter und schneller wieder aus der Krise herauszufinden. Die letzten Wochen gaben uns die Chance, ein wenig über den Sinn des Lebens nachzudenken. Fragen wie «Was ist ein Leben wert?» oder «Wofür leben wir?» sind gerade in Krisenzeiten von grosser Bedeutung. Es ist eine Zeit des Umdenkens. Wir suchen einen neuen Weg. Wo führt mein Lebensweg hin? Die nächste Krise nach Corona kommt bestimmt, in welcher Form auch immer. Doch der Mensch muss aus der jetzigen Situation einen Lernprozess einleiten – insbesondere jeder für sich selbst. Es ist die Chance, aus Fehlern zu lernen.

Neue Bodenhaftung

Erstmals spüren wir körperlich und psychisch, wie es ist, eingesperrt zu sein – in Quarantäne. Die persönliche Freiheit wird eingeschränkt. Notrecht herrscht. Wir werden isoliert, abgeschnitten von der Umwelt und Mitmenschen. Kommunikation ist oft nur noch digital möglich, auf Distanz. Text-Chat via Whattsapp oder Videochat mittels Facetime oder Skype. Nur so können wir die Alten in den Alters- und Pflegeheimen noch sehen oder hören. Im schlimmsten Fall sterben sie ohne Beisein der Lieben. Traurig. Keine Umarmung mehr, kein Wangenkuss. Unvorstellbar bis vor kurzem. Unsere Seele blutet! Tränen fliessen. Angstgefühle begleiten uns. Wir gehen in eine unsichere Zukunft: Arbeitslosigkeit. Rezession. Inflation. Zustände, wie wir sie uns nie erträumen konnten, sind Wirklichkeit. Kein Film auf Netflix – nein, verdammte Realität!

Trotz allem geht es uns ja noch gut im Vergleich zu Italien, Spanien oder Indien, wo Millionen von Menschen das Haus nicht einmal verlassen dürfen. Das Osterfest ist mittlerweile hinter uns: Kein Kirchenbesuch, kein Kurztrip ins Tessin, kein Familienbesuch, und trotzdem konnten wir Ostern feiern, einfach anders. Wir würdigen nun Dinge, welche bis vor kurzem bedeutungslos waren. Wir schätzen wieder den Spaziergang im Wald. Die Pracht der Flora wärmt unser Herz, und wer ein Haustier hat, weiss um dessen Bedeutung in diesen schweren Stunden und Tagen. Die Familie steht wieder im Mittelpunkt: Werte, welche wir in den letzten Jahren zu wenig pflegten. Wir hatten die Bodenhaftung verloren. Nur Äusserlichkeiten waren wichtig. Unser Konsum kannte keine Grenzen. Statussymbole waren uns wichtig: teure Ferien, die Luxusuhr am Handgelenk, Restaurantbesuche, schöne Kleider – und nun? Unsere Wertvorstellungen haben sich verändert. Wir haben wieder Bodenhaftung. Nun müssen wir unsere Bedürfnisse und Begehrlichkeiten zurückstufen und anpassen. Eine Chance, unserem Leben mehr Inhalt zu geben!

Die Chance nutzen

In den letzten Wochen haben wir viel verloren, aber viel Zeit gewonnen, mit welcher wir kaum mehr etwas anzufangen wussten. Langeweile kommt nun leider auf. Stundenlang vor dem TV oder am PC ist für viele die Lösung. Nutze diese Chance – so viel Zeit wirst du im Leben nie mehr haben! Lerne dich selbst kennen. Versuche, etwas mit dir selbst anzufangen: meditieren, singen, tanzen, lesen oder was auch immer. Bring Bewegung in dein Leben, auch ohne Fitnessstudio: Geh laufen oder joggen. Geniess den Spaziergang und den Wald. Leg dich einfach in eine Blumenwiese, schau hinauf zum Himmel und lass die Gedanken spielen. Eine Chance zu neuen Erfahrungen – bis vor kurzem undenkbar, denn nur Shopping und grenzenloses Konsumverhalten ohne Tiefgang waren gefragt. Entschleunige dein Leben und lass auch manchmal Langeweile aufkommen. Nur so lernst du, die Zeit zu spüren, von der wir immer zu wenig hatten.

Der Stoiker Seneca lernt uns: «Ertrage das Schicksal mit Gelassenheit, denn du kannst es sowieso nicht ändern. Genüge dir selbst und mach dein Glück nicht von anderen abhängig.» Nach den Grundtugenden der Stoiker – Weisheit, Gerechtigkeit, Mässigung und Mut – sollten wir leben, wobei mir das Wort «Mässigung» am wichtigsten erscheint. Mit «Verzicht und Mässigung» auf viele (Un)Dinge des Alltags geht es auch. Einfach anders. Man muss Opfer bringen und den Gürtel enger schnallen, was insbesondere den Jüngeren etwas schwerer fällt als den älteren Jahrgängen. Hier kommt die Chance, die wahren Werte des Lebens kennen zu lernen. Diese Tugenden braucht es, um aus dieser Krise zu kommen.

Am Anfang der Pandemie waren sich alle Parteien noch einig. Jetzt, wo es um den Ausstiegsplan geht, bekennen sie Farbe. Grund dazu gibt auch der Bundesrat mit nicht nachvollziehbaren Beschlüssen. Die Meinungen gehen auseinander. Viele fühlen sich benachteiligt. «Lockdown – zu schnell oder zu langsam» ist die unbeantwortete Frage. Aber wer weiss schon die Antwort? – Lasst die Leute arbeiten unter Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen! Der Detailhandel, die Gastronomie, der Tourismus, der Freizeitsport (Tennis, Fussball, Golf) und viele weitere Berufsgattungen müssen sich trotzdem gedulden. Wieso? Der Grossverteiler wird bevorzugt und die kleineren Geschäfte haben das Nachsehen, obwohl gerade diese die Vorsichtsmassnahmen am besten umsetzen könnten. Unverständlich!

Die Wirtschaft braucht mutige Entscheidungen

Der Gewerbeverband spricht von Wettbewerbsverzerrung – Recht hat er. Jede Woche, jeder Tag ohne Einkommen treibt unsere Gesellschaft in den Ruin! Die grosse Welle (ich habe sie bis jetzt noch nicht gesehen) wird erst nach der Corona-Epidemie kommen. Wer trägt die Kosten der geschätzten sieben bis zehn Prozent Arbeitslosen? Wir alle – die Steuerzahlenden! Wir brauchen Arbeitsmöglichkeiten, damit der Schaden der Coronakrise möglichst abgefedert werden kann. Habt Mut zu wirtschaftsfreundlichen Entscheidungen! Am Schluss des Tages zählt das, was wir auf dem Teller haben. Und ohne Arbeit kein Geld!

Zum Glück öffnen die obligatorischen Schulen am 11. Mai, doch wieso nicht schon am 27. April? Meine Zwillinge, Gymnasiasten, müssen sich bis zum 8. Juni gedulden – wieso? Der Unmut in der Bevölkerung ist gross und die Entscheide des Bundesrats führen für viele zu Wettbewerbsnachteilen. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften ist ein mutigerer Gang aus der Krise machbar. Schaut nach Österreich. Angesichts der Tatsache, dass das Coronavirus primär die über 80-Jährigen mit Vorerkrankungen trifft, sollte man die Gangart des Lockdown überdenken. Aus medizinischer Sicht stellt sich zudem die berechtigte Frage, ob wirklich alle wegen oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Entsprechende Autopsiebefunde liegen (mindestens in der Schweiz) ja nicht vor. Es ist keine Verharmlosung der Umstände, doch bei der Grippe vor drei Jahren starben rund 2500 Menschen in der Schweiz. Welches waren die Konsequenzen? – Keine! Gefahr der Steinigung, seine Meinung gegen den Mainstream zu sagen, aber lasst doch bitte Fakten sprechen.

Das System hat versagt

Wir schätzen nun wieder unser oft an den Pranger gestelltes Gesundheitssystem. Die Ärzte, natürlich alles Abzocker, sind (mit dem Pflegepersonal) nun die Helden. Es wird für sie geklatscht. Unvorstellbar bis vor kurzem. Trotz allem: Hat das Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) alles richtig gemacht? Hätte man nicht früher auf eine mögliche Pandemie reagieren müssen, obwohl Vorzeichen, und zwar deutliche, bereits 2019 bekannt waren? Die Schutzmaskenfrage und deren frühzeitige Beschaffung wurden ebenfalls verschlafen. Alle folgen dem Beraterteam um Daniel Koch (in vielen Augen der angehende Schweizer des Jahres), wobei gerade dieser sehr beratungsresistent wirkt. Seine Aussagen sind oft unklar und nicht nachvollziehbar. Das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt hat versagt! Alle Spitäler mussten ihren Betrieb runterfahren, anstatt dass man einzelne Spitäler wie Locarno zu «Covid-Spitälern» umfunktioniert hätte. Ein Nebeneinander wäre möglich gewesen. Stattdessen gehen täglich Millionen an Einnahmen verloren zu Lasten des Steuerzahlers, weil nur Notfallbehandlungen oder -operationen durchgeführt werden können. Der Mut zu Entscheidungen hat uns verlassen. Der Weg wäre auch anders möglich gewesen.

Was lernen wir aus dieser Krise?
  • Die Gehälterpyramide muss neu überdacht werden! Das Pflegepersonal und die Putzequipen in unseren Spitälern, unterbezahlt: Sie waren da, als wir sie brauchten. Im Vergleich zu den Löhnen im Banken- oder Versicherungswesen ist es ein Affront, was die verdienen. Die Logistiker und Chauffeure: Sie waren da – und arbeiten für ein Butterbrot.
  • Jeder von uns muss der Hygiene mehr Beachtung schenken. Der Gang zur Toilette ohne anschliessendes Händewaschen sollte bestraft werden.
  • Schule – es geht auch ohne Frontalunterricht. Wieso überdimensionierte Schulhäuser bauen, welche nur das Budget unserer Gemeinden belasten?
  • EU? Die Frage «Beitritt zur EU, ja oder nein?» stellt sich natürlich neu. Angesichts der Tatsache, wie sich Frankreich und Deutschland gegenüber der Schweiz verhalten haben, eine berechtigte Frage. Fragen Sie Italien. Dieses Land wurde als Erstes vom Coronavirus befallen, und es wurde regelrecht «verarscht». Deutsche Touristen werden es zu spüren bekommen, oder vielleicht bei der nächsten Fussball-EM oder -WM.
  • Euro? Ist der Euro wirklich die Währung der Zukunft? Die Antwort dazu überlasse ich Finanzspezialisten.
  • Strommarkt: AKW abschalten und vom Ausland abhängig sein? Hätte Macron oder die Bundeskanzlerin im «Notrecht» die Versorgung lahmgelegt, wäre unsere Stromversorgung flächendeckend nicht mehr möglich gewesen. Kein Homeoffice mehr, kein Internet – man darf daran gar nicht denken!
  • Klima und Umweltschutz: Bewusster mit der Umwelt umgehen. Mobilität einschränken mit Verbesserung der Luftqualität. Weniger verstopfte Strassen, da mehr Homeoffice – es geht, wenn man will!
  • Zivilgesellschaftliches Engagement: Setz dich für deine Mitmenschen ein. Pfleg den Kontakt zur Familie, zum Nachbarn, zum Arbeitskollegen. Die sozialen Werke brauchen immer Freiwillige.
  • Politisches Handeln: Wir müssen weniger vom Ausland abhängig werden! Medikamente kommen aus Indien oder China. Nicht einmal Atemschutzmasken kann das reichste Land der Welt selbst produzieren. Beschämend!
  • Pflichtlager für Atemschutzmasken, Medikamente und Impfstoffe, um vorbereitet zu sein.
  • Chance zur Umkehr. Papst Franziskus verweist auf die Kluft zwischen Reden und Handeln der Verantwortungsträger. Wir brauchen Politiker, die nicht nur Scheinheiligkeit vorspielen, sondern Politiker, die handeln. Nicht diejenigen, die über den Hunger in der Welt reden und beim Reden Waffen herstellen.
  • Ein Leben in Stille. Die Chance, zur Ruhe zu kommen. Die innere Ruhe zu finden. Sein eigenes «Ich» zu suchen. Zeit – bis vor kurzem ein kostbares Gut – ist nun im Überfluss vorhanden, doch die meisten wissen damit nichts anzufangen.
  • Stellenmarkt: Es ist die erste kühle Brise vor dem Sturm! Die Zahl der Stellensuchenden steigt kontinuierlich. Aktuell bei 3 Prozent wird diese gegen 10 Prozent ansteigen. Anmeldung beim RAV – 30 Prozent weniger Lohn! Kaufkraft geht verloren, was die Rezession und die Inflation beschleunigen wird. Einige Firmen, die jetzt Kurzarbeit angemeldet haben, werden nicht überleben. Der Covid-Kredit geht zu Lasten des Steuerzahlers. Mässigt den Konsum und schnallt den Gürtel enger – es geht auch!

Wie geht es weiter?

Ziel muss ein Impfstoff gegen das Coronavirus sein – schnell und möglichst aus der Schweiz! Weitere epidemiologische Untersuchungen sind notwendig. Weshalb erkranken Männer öfter schwer an Covid-19 als Frauen, und warum trifft es ältere Menschen härter als Jüngere? Oberstes Gebot ist und bleibt der Schutz unserer Gesundheit. Was Sie selber machen können, um weniger anfällig auf das Coronavirus zu sein, ist die Stärkung der körpereigenen Abwehr. Der Gesundheitszustand ist entscheidend für den Krankheitsverlauf bei einer Infektion. Unser Immunsystem ist grundsätzlich in der Lage, sich gegen das Coronavirus zur Wehr zu setzen, sonst würden die meisten Infizierten am Virus sterben. Unsere Hochschulen und Laboratorien sollten vom Bund besser finanziell unterstützt werden.

Mögliche Massnahmen:
  • kein Exzessiver Sport, dafür regelmässige körperliche Aktivität,
  • ausreichend Schlaf,
  • kein psychischer Stress,
  • wenig Alkohol, aufs Rauchen verzichten.
  • Vitamin D ist das Schlüsselhormon des Immunsystems (nicht Vitamin C!) Nehmen Sie es regelmässig ein.
  • Eiweissreiche, kohlenhydratarme, vor allem vegetarische Ernährung.

«Unglücklich ist die Seele, die des Zukünftigen wegen ängstlich ist, und elend ist schon vor dem Elend, wer in Sorgen schwebt, ob das, woran er sich erfreut, ihm auch bis ans Ende verbleiben werde» (Seneca). Bleiben Sie optimistisch. Bewahren Sie die Ruhe! Wir werden diese Pandemie in einigen Monaten im Griff haben, aber wir müssen besser vorbereitet sein, wenn die nächste kommen sollte. Entschuldigen Sie, falls meine Meinung nicht die Ihrige sein sollte. Meine Meinung darf und muss nicht unbedingt die Richtige sein.

Beste Grüsse und «bliib gsund!»

Dr. med Claudio Lorenzet, www.lorenzet.ch

Artikel erschienen in der Gewerbezeitung vom 28. April 2020

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