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28. April 2020

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Sie pflegt den Friedhof

Sibylle Häusermann bezeichnet sich als kontaktfreudig und tierliebend. Lange Zeit betrieb sie eine Art Tierasyl. «Die Erlebnisse mit meinen Tieren könnte ich gut in einem Buch festhalten. Meine Tierliebe hat sich auch auf die Kinder übertragen und ihren Alltag stark bereichert», sagt Häusermann, die 1958 in Bremgarten geboren wurde und dort aufgewachsen ist.

Zusammen mit ihren vier Schwestern erlebte sie eine wohlbehütete Kindheit. Nach ihrer Schulzeit entschloss sie sich für eine Ausbildung als Verkäuferin. Nach einigen Jahren Berufserfahrung absolvierte sie die Filialleiterprüfung in der Lebensmittelbranche. Danach zog es sie nach Davos, wo sie im Gastgewerbe tätig war, was ihr sehr gefiel. Doch dann erkrankte ihre Mutter und sie fuhr ins Unterland zurück. Im Zug las sie ein Inserat in der «Glückspost», woraus hervorging, dass das Restaurant Pergola in Dietikon eine Serviceangestellte suchte. Häusermann bewarb sich für den Job und bekam ihn. Mehr durch Zufall ging sie zur Geschäftseröffnung ihres späteren Mannes Erwin, der sich im 1978 als Landschaftsgärtner selbstständig gemacht hatte. «Weil er noch keine Büroangestellte hatte, fragte er mich, ob ich diese Aufgabe übernehmen könnte. Zu meiner eigenen Überraschung habe ich sofort zugesagt, obwohl ich doch eigentlich vorhatte, zurück nach Davos zu gehen, um dort als Wirtin tätig zu werden. Ich hatte mich bereits zur Wirteprüfung angemeldet», erinnert sich Häusermann.

Nebst dem Büro übernahm sie auch Tätigkeiten im Gartenbau, obwohl sie vorher nie gerne im Garten gearbeitet hatte. 1980 traten Sibylle und Erwin Häusermann vor den Traualtar. Die Hochzeitsreise führte sie an die «Grün 80» in Basel. «Mit der Zeit lernte ich dazu und bekam immer mehr Freude am gemeinsamen Geschäft und meinen immer grösser werdenden Aufgaben», erklärt die Mutter zweier Söhne, die 1981 beziehungsweise 1983 geboren wurden. In den 1980er-Jahren kam mit der Pflege des Friedhofs Bergdietikon eine weitere Herausforderung auf Häusermann zu.

Diese Tätigkeit wurde zur Passion. Viele neue Kontakte entstanden. Die Gärtnerin erlebte die Menschen in tiefer Trauer, aber auch mit späterer Entlastung, wenn sie sich mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinandergesetzt hatten. «Für mich ist der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort der Begegnungen», sagt Häusermann, die auch noch ein privates Tierasyl betrieb. Sie übernahm Tiere, die Hilfe brauchten oder kein Zuhause mehr hatten. Dies war nur möglich, weil es die Scheune im früheren Landwirtschaftsbetrieb ihrer Schwiegereltern gab. Dort beherbergte die 61-Jährige Ziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Enten, Katzen und Hunde. Zur Menagerie gehörte auch ein Igel, den sie selbst aufgezogen hatte. Ihr gemeinsam aufgebautes Gartenbauunternehmen übergaben Erwin und Sibylle Häusermann vor 12 Jahren ihrem Sohn Stefan, einem diplomierten Gärtnermeister, der das Geschäft mit zehn Angestellten erfolgreich weiterführt. Inzwischen sind die pensionierten Gartenbauunternehmer dreifache Grosseltern geworden. «Unsere Enkel wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir sehen sie jeden Tag und hüten sie gerne. Mein Alltag ist abwechslungsreich und ausgefüllt. Ausserdem ist der Friedhof immer noch meine Domäne und gibt zu tun», verrät sie.

Limmattaler Zeitung vom 23. April 2020 (Margret Stöcklin)

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