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19. Juni 2020

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Die Galerie, in der viel Herzblut steckt

Es war eine spezielle Ausstellungseröffnung, zu der das Galleristenpaar Hanns und Béatrice Bachlechner am vergangenen Samstagabend rund 200 Gäste begrüssen konnte. So handelte es sich einerseits um die erste Ausstellung in diesem Jahr. Und andererseits erfolgte die Vernissage im Rahmen des 20-jährigen Bestehens ihrer Kunstgalerie Bachlechner.

Zu bestaunen waren an der Vernissage in Bergdietikon zahlreiche Skulpturen, die menschliche Figuren in unterschiedlichen Abstraktionsstufen darstellen. Es gab unzählige Formen aus unterschiedlichen Materialien. Die Interpretation dieser Werke ist den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung überlassen, die bis Ende Jahr dauert.

«Hanns hat in den vergangenen Tagen alleine gegen 400 Skulpturen getragen und platziert», sagte Béatrice Bachlechner, die Gattin des gebürtigen Osttirolers, in ihrer Ansprache. «Das war eine unglaublich anstrengende physische Arbeit.» Dass es nun ausgerechnet zur Ausstellungseröffnung regne und stürme, sei schade.

Coronavirus stoppt die Anreise der Künstler

Nicht nur das Wetter, auch einiges Anderes ist anders gekommen, als es das Galeristenpaar geplant oder erhofft hatte. Im Gespräch sagt Hanns Bachlechner, dass von den 47 Künstlern aus der Schweiz und dem Ausland lediglich etwa ein Fünftel zur Ausstellungseröffnung anreisen konnte. Die übrigen hätten neben erschwerten Einreisebedingungen auch für zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen, weshalb sie nicht anwesend sein könnten.

«Das ist natürlich schade, weil nun der Austausch zwischen diesen Künstlern und den Besucherinnen und Besuchern fehlt», sagt Hanns Bachlechner. «Wir freuen uns dafür umso mehr darüber, wie zahlreich die Gäste erschienen sind.»

Einer der Künstler, den die Corona-Einschränkungen nicht gestoppt hatten, war Amadeus Furrer aus Neuenburg, der drei seiner neun Légèrté-Skulpturen, Darstellungen des Gefühls von Leichtigkeit, präsentiert. «Ich finde es toll, wie jedes Werk so platziert ist, dass es zur Geltung kommt.»

Dem stimmt auch Manuel Müller zu, Künstler und Sohn des bekannten Schweizer Bildhauers Robert Müller: «Es ist sehr eklektisch. Hanns Bachlechner hat eine aussergewöhnliche Fähigkeit, Kunst so zu präsentieren, dass sie für jede Person zugänglich wird.» Auch Künstler Yves Boucard aus Lonay bestätigt diesen Eindruck. «Man geht weg von diesem elitären Aspekt und es entsteht eine Familiarität zwischen Künstler und Besucher.» Für die Bachlechners ist dieses Jahr ein besonderes. Denn das Team feiert das 20-jährige Bestehen der Galerie. «Das ist eine lange und unglaubliche Zeit. Wir haben viel Herzblut und Enthusiasmus, aber auch sehr viel finanzielle Eigenleistung in unser Unternehmen gesteckt. Das braucht viel Kraft», sagt Béatrice Bachlechner.

Natürlich gehören da Höhen und Tiefen dazu. So sei das Paar anfangs häufig auf Vorurteile gestossen. Sie hätten damals spontan aus Liebe zur Kunst angefangen, in Weiningen auf etwa 100 Quadratmetern auszustellen: «Es gab schon diese allgemeine Vorstellung, dass da irgendein Österreicher von draussen hierher komme und spätestens nach zwei Jahren die Geschichte dann wieder vorbei sei.»

Erfolgreiche Vernissage zum Jubiläum

Die gebürtige Aargauerin sagt, dass sie dann mit dem allmählich einhergehenden Erfolg ein grösseres Objekt suchten. Dass sie daraufhin ein neues Zuhause und einen Arbeitsort in einer so grossen Immobilie mit Aussenbereich in Bergdietikon finden konnten, sei eine gute Mischung aus Glück und Beziehungen gewesen. «Wir leben mit der Kunst. Die vielen Werke füllen alle Räume.» Die Kunst so zugänglich zu machen, benötige aber natürlich auch einen gewissen Mut. «Wir vertrauen aber den Gästen, dass sie aufpassen», sagt die Galeristin.

Das Paar ist zufrieden mit der Kunststätte: «Wir haben unser Ziel erreicht – wir haben eine breite Palette an hochkarätigen Künstlern, deren Werke wir hier ausstellen.» Was die Zukunft betrifft, sagt Béatrice Bachlechner, dass sie weiterhin motiviert seien. «Wir werden aber nicht jünger und es ist sehr aufwendig, die Werke zu organisieren, zu präsentieren und stets zu pflegen.»

Der Vernissage war trotz Regen ein Erfolg und die Gäste waren zufrieden. «Ich war zum ersten Mal hier und fand die Ausstellung wirklich schön, es gab interessante Werke», sagte die Besucherin Heidi Stadelmann aus Berikon. Sie und die übrigen Anwesenden liessen bei Snacks und Wein und Musik von der Alphorngruppe Rebberg und der Oergeligruppe Limmatwälle den Abend bei familiärer Stimmung feierlich ausklingen.

Limmattaler Zeitung vom 15. Juni 2020 (Liana Soliman)

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