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23. Juni 2021

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Wildrosen um unsere neue Turnhalle

Für die Umgebung der neuen Turnhalle in Bergdietikon hat der Gartenarchitekt eine naturnahe Bepflanzung mit einheimischen Gehölzen vorgesehen. Die Biodiversität soll so im öffentlichen Raum weiter gefördert werden und mit zunehmendem Wuchs der Pflanzen auch Lebensraum für Tiere wie Vögel oder Insekten bieten. Selbstverständlich sollte die Pflanzung auch optisch attraktiv sein und von der Bergstrasse her eine gute Fernwirkung haben. Aus diesem Grund hat das Architekturbüro im Bepflanzungsplan nebst diversen einheimischen Gehölzen besonders viele Wildrosen vorgesehen, welche die grauen Mauern und die talseitige Fassade der Turnhalle säumen und mit ihrer Blütenfülle im Frühsommer oder den leuchtenden Hagebutten (Früchte) vom Herbst bis in den Winter hinein einen regelrechten Blickfang darstellen. Vor allem, wenn Schnee liegt, ergeben die leuchtend roten Früchte einen wunderbaren Kontrast zur weissen Pracht.

Was sind Wildrosen?

Wildrosen sind meist dichte, kompakte Sträucher mit einzelnen, oft bogig überhängenden Trieben. Wildrosen blühen nur einmal im Jahr. Die frühen Sorten bilden Anfang Mai die ersten Blüten, und mit der Kombination verschiedener Wildrosen kann die Blühsaison einer Wildhecke durch die sich ablösenden Blütezeiten auf fünf bis sechs Wochen ausgedehnt werden.

Wildrosen benötigen nur wenig Pflege. Wenn die Wildrose an ihrem Standort mal etabliert ist, benötigt sie nur wenig Wasser und kommt ohne Dünger aus. Der Schnitt Ende März beschränkt sich auf das Auslichten einzelner Triebe (Verjüngung) oder auf den Rückschnitt störender Triebe entlang von Wegrändern. Bei der Entfernung von Totholz gehen die Meinungen auseinander. Denn auch im Totholz können Vögel nisten, jedoch besteht die Gefahr bei schneereichen Wintern, wie wir dieses Jahr einen hatten, dass Totholz-lastige Sträucher mangels Vitalität von der Schneelast zerdrückt werden oder auseinanderbrechen. Ich empfehle aus diesem Grund, auch Totholz wo möglich hin und wieder grob auszudünnen.

Die mit Stacheln versehenen Triebe schützen nistende Vögel ideal vor natürlichen Feinden und auch vor Katzen. Die leuchtend roten Hagebutten sind nicht nur sehr dekorativ, sondern sie bieten den Vögeln auch Nahrungsvorrat über den Winter, indem sie bis zum nächsten Frühling an der Pflanze hängen bleiben. Die Hagebutten aller Wildrosen sind essbar. Aus ihnen können Tees, Gelees oder feine Konfitüren hergestellt werden.

Wildrosensorten um die neue Turnhalle

  • Rosa alba «Semiplena»: Die Blüten der Sorte Semiplena sind fast ungefüllt, haben leuchtend weisse Blütenblätter und goldgelbe Staubgefässe. Die Rose blüht sehr reich, duftet und bildet grosse, rote Hagebutten. Sie trägt grosses Laub und eine starke Bewehrung. Ihr Wuchs ist kräftig und breitbuschig-aufrecht. Sie ist robust, frosthart und auch für Hecken geeignet. Diese Wildrosenart wird bis zu zwei Meter hoch und blüht im Juni bis Juli.
  • Rosa canina (Hundsrose, Bild): Die Hundsrose gehört zu den einheimischen Wildrosen, die eigentlich jeder kennt. Sie wird gerne auch Hagrose oder Heiderose genannt. Von Juni bis Juli trägt sie sehr üppig einfache, weiss-rosa Blüten mit leichtem, aber wunderbarem Duft. Ist diese Pracht vorbei, kommen ab September hell-scharlachrote Hagebutten zum Vorschein. Sie sind essbar, enthalten viel Vitamin C und lassen sich prima zu Marmelade, Saft, Gelee uns vielem mehr verarbeiten. Die Hundsrose wächst locker und breit mit bogig-überhängenden Trieben. Sie wird bis zu drei Meter hoch. Wie alle Rosen liebt sie die Wärme und damit sonnige Standorte mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden. Sie blüht im Juni bis Juli.
  • Rosa multiflora (Büschelrose): Wie der Name Vielblütige Rose bzw. Büschelrose schon sagt, trägt diese Wildrose eine Vielzahl an kleinen Blüten. In schönstem Weiss zieren sie ab Juni den aufrechten, bogig-überhängenden Strauch, an dem sie wachsen, und unterbrechen so das satte Grün des Laubes. Zu der starken Blütenfülle kommt ein ebenso starker Duft nach Honig, der für Bienen sehr anziehend ist. Im Herbst hat die Büschelrose einen reichen Ansatz von kleinen, rundlichen Früchten.
  • Rosa rubiginosa (Weinrose): Die Weinrose bzw. Schottische Zaunrose verströmt ihr angenehmes Aroma nicht allein mit ihren Blüten. Auch die Blätter verströmen einen Duft, der an Wein und Äpfel erinnert – ein faszinierendes Ereignis für die Sinne. In der Zeit von Juni bis Juli erscheinen die einfachen Blütenschalen der (bot.) Rosa rubiginosa in einem wundervollen Rosaton. Zur Mitte hin nehmen die Blütenblätter eine weisse Nuance an und heben die Staubgefässe im Zentrum prächtig hervor. Gerne besuchen Bienen und Hummeln die Blüten und finden hier viel Nahrung. Diese attraktive Weinrose ist überall in Mitteleuropa heimisch. Sie ist bis in Höhenlagen von 1200 Metern zu finden. Rosa rubiginosa bildet in freier Wildbahn undurchdringliche Hecken. Als Bienen- und Vogelnährholz erfüllt diese Wildrose einen grossen ökologischen Nutzen.
  • Rosa glauca (Rotblättrige Rose): Bei der Hechtrose bzw. Rotblättrigen Rose haben bei der Farbe nicht nur die Blüten das Sagen, sondern auch die Belaubung. Die Blätter präsentieren sich nämlich äusserst dekorativ rot-grün, während sich die einfachen Blüten an einen hellen rosaroten Ton halten, der zur Blütenbasis hin immer heller wird. Dieser Einmalblüher ist im Herbst mit zahlreichen mittelgrossen Hagebutten ausgestattet. Mit buschig, aufrechtem Wuchs gelangt die Hechtrose auf eine Höhe von bis zu 250 cm. Diese Wildrose blüht von Juni bis Juli.
  • Rosa villosa (Apfelrose): Die Rosa villosa, die sogenannte Apfelrose, besitzt elliptisch-längliche Blättchen. Diese sind 3 bis 5 cm lang, oben grau-grün und behaart. Auf der Unterseite sind sie filzig und drüsig sowie etwas harzig duftend. Die Blüten sind rosa und bis zu 5 cm gross. Die Früchte der Apfelrose sind kugelig-länglich und bis 2,5 cm dick (die grösste Hagebutte ihrer Art). Sie tragen dabei ein dunkelrotes, borstiges Kleid. Diese kleine Gartenbesonderheit erreicht eine Grösse von 150 bis 200 cm und blüht im Mai bis Juni.

Ich selbst bin gespannt, wie sich die Bepflanzung in den nächsten fünf Jahren um die Turnhalle entwickelt, und freue mich darauf, den Verlauf zu beobachten.

Selbstverständlich bilden Wildrosen auch für Ihren privaten Garten eine wertvolle Bereicherung. Probieren Sie es aus und fragen Sie ungeniert Ihren Gärtner oder die Baumschule Ihres Vertrauens.

Stefan Häusermann
Eidg. dipl. Gärtnermeister


Quellen: Pflanzenbeschriebe: Diverse produzierende CH-Baumschulen; Bild: Adobe Stock

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